Kehrtwende bei der Windkraft

Politik
Schmidgaden
22.09.2016
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Gegen die geplanten Windräder bei Trisching regte sich großer Widerstand. Die Gemeinde trägt dem Bürgerwillen Rechnung und will den Flächennutzungsplan abermals ändern. Ging es vor drei Jahren noch darum, Flächen für die Windkraft auszuweisen, ist jetzt das Gegenteil der Fall.

Im Flächennutzungsplan der Gemeinde sind seit dessen Änderung im Jahr 2013 zwei Areale für die Windkraft vorgesehen. Sie liegen auf dem "Wetterberg" im Norden sowie südlich von Trisching. Das führte dazu, dass vor wenigen Monaten ein Investor auf die Gemeinde zukam und bei Trisching Windräder bauen wollte. Dagegen regte sich massiver Protest aus den Reihen der Bürger. Das Unternehmen sah schließlich nach mehreren Gesprächen mit der Gemeinde von diesem Vorhaben ab (wir berichteten). Auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung stand nun die abermalige Änderung des Flächennutzungsplans - respektive die Frage, ob, beziehungsweise welche Areale für die Windkraft wieder herausgenommen werden sollen. Eine Möglichkeit sähe vor, dass beide Areale wieder aus dem Flächennutzungsplan gestrichen werden. Das hätte zur Folge, dass im gesamten Gemeindegebiet die 10-H-Regelung gilt. Das heißt: Es dürfte dort ein Windrad gebaut werden, wo der Abstand der Anlage zur nächsten Wohnbebauung mindestens das Zehnfache der Windradhöhe beträgt.

Risiko bleibt


Eine andere Variante wäre es, nur die Fläche südlich von Trisching aus dem Flächennutzungsplan zu streichen und die auf dem "Wetterberg" weiterhin als Gebiet für die Windkraft vorzuhalten. Das birgt aber die Gefahr, dass der Gemeinde von übergeordneter Stelle eine sogenannte "Verhinderungsplanung" vorgeworfen wird. Der Grund: Wenn im Flächennutzungsplan schon Areale für Windkraft ausgewiesen werden, müsste ihr laut Verwaltungsleiter Martin Janz auch substanzieller Raum eingeräumt werden. Die Planänderung könnte also eventuell nicht genehmigt werden.

Gemeinderat Florian Burth plädierte dennoch dafür, dieses Risiko einzugehen und zunächst nur eine Fläche aus dem Plan herauszunehmen. "Bei 10-H tauchen sicherlich Flächen auf, auf denen Windräder möglich sind", betonte er. Ein Beispiel: Würde ein Windrad 80 Meter hoch, müsste es lediglich 800 Meter von der nächsten Bebauung entfernt sein. Johann Meier sprach sich ebenfalls dafür aus, das Areal im Gemeinde-Norden als Windkraft-Zone im Flächennutzungsplan zu lassen. Dort gebe es große Abstände zu den nächsten Wohnhäusern. Außerdem stünden in der Nachbarschaft bereits fünf Windräder.

Eine Gegenstimme


Lydia Magdalena Schimmer brach eine generelle Lanze für die Windkraft: Niemand wolle Atomstrom, betonte die Gemeinderätin. Jetzt gebe es eine gute Möglichkeit zur alternativen Energiegewinnung, weshalb sie die aufgekommenen Probleme nicht verstehe. Der Gemeinderat beschloss am Ende bei einer Gegenstimme, das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans einzuleiten und im jetzt zu erarbeitenden Entwurf nur das Areal südlich von Trisching zu streichen.

Das Thema "Windkraft" wird die Kommune in nächster Zeit noch beschäftigen: Wie Verwaltungsleiter Janz sagte, will der Regionale Planungsverband den Regionalplan fortschreiben. Dazu können die Träger öffentlicher Belange - also auch die Gemeinde - eine Stellungnahme abgeben. Dieser Punkt steht voraussichtlich in der Oktobersitzung auf der Tagesordnung.

Bei 10-H tauchen sicherlich Flächen auf, auf denen Windräder möglich sind.Gemeinderat Florian Burth
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