Schule: Bürgermeister reagiert auf Schwarzenfelder Proteste
Vorgehen „enttäuschend“

Politik
Schmidgaden
16.07.2016
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Die Entscheidung, dass einige Schwarzenfelder Kinder im nächsten Schuljahr in Schmidgaden unterrichtet werden sollen, löste in Schwarzenfeld eine Welle des Protests und Unmuts aus. Darüber ist man wiederum in Schmidgaden gar nicht erfreut.

Angebot schaffen


Bürgermeister Josef Deichl äußerte sich bei der Gemeinderatssitzung "sehr enttäuscht" über das Vorgehen in der Nachbarkommune. Er erinnerte an den Kooperationsvertrag der fünf Schulstandorte im Verbund, der eigentlich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und gegenseitige Abstimmung vorsehe. "Das", betonte Deichl, "hat hier gefehlt." Bei insgesamt 92 Kindern und fünf Schulstandorten blieben im Schnitt für jeden Ort 16 Schüler. "Man darf aber keine Einzelaktionen machen", betonte er. Besonders geärgert habe er sich beim Gottesdienst zum Feuerwehrjubiläum, als der Pfarrer gesagt habe, dass er Unterschriftenlisten auslegen werde, damit der Schulstandort Schwarzenfeld gesichert bleibe.

Hinzu komme, dass auch Schüler aus Schmidgaden nach Schwarzenfeld fahren: Sechs Schüler seien für das kommende Schuljahr dort angemeldet und sollen dort die gebundene Ganztagesklasse besuchen. "Wir hätten also eine eigene Regelklasse gehabt", unterstrich Deichl.

Einen Dank richtete Bürgermeister Deichl an Schulverbundleiter Simon Weidner, der entschieden habe, dass jeder Standort eine entsprechende Schülerzahl bekomme. Damit habe Weidner gezeigt, dass er jeden Standort erhalten will. Aus Schwarzenfeld habe er schon gehört, dass es eine "psychische Grausamkeit" sei, wenn die dortigen Kinder mit dem Bus transportiert werden. "Was", fragte Deichl, "ist dann mit unseren Kindern oder Schülern, die aus anderen Orten gefahren werden müssen?"

Kein echter Nachteil


Gemeinderat Ewald Meier zitierte eine Aussage, die er aus Schwarzenfeld gehört habe: Man wolle die dortigen Kinder nicht aufs Dorf schicken. "Großstadt Schwarzenfeld...", kommentierte er diese Äußerung. Lydia Magdalena Schimmer betonte, dass es kein Nachteil sei, an einer kleineren Schule unterrichtet zu werden: "Je kleiner die Klassen sind, desto besser werden die Abschlüsse".
2 Kommentare
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Stefan Kreuzeck aus Pfreimd | 17.07.2016 | 13:58  
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Stefan Harmsen aus Schwarzenfeld | 18.07.2016 | 08:50  
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