Skepsis gegen neues Baugebiet
Regierung weist auf viele unbebaute Grundstücke hin

Politik
Schmidgaden
21.04.2016
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Im Westen von Schmidgaden sollen 35 neue Grundstücke entstehen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat den Bebauungsplan und brachte die Maßnahme damit weiter auf den Weg. Lediglich die Regierung der Oberpfalz war von dem Vorhaben nicht begeistert.

Noch in diesem Jahr sollen voraussichtlich die Erschließungsarbeiten am Baugebiet "Schmidgaden West III" an der Staatsstraße 2040 beginnen. Im Zuge des Verfahrens hatten Fachstellen, Träger öffentlicher Belange und Bürger zum zweiten Mal die Gelegenheit, Stellungnahmen oder Einwände gegen das Vorhaben zu äußern. Die größten Bedenken hatte die Regierung der Oberpfalz. Sie störte sich vor allem daran, dass die Gemeinde neues Bauland ausweist, es im Innenbereich aber zahlreiche unbebaute Grundstücke gibt. Der Haken daran: Sie befinden sich in Privatbesitz. Darauf und auf die große Nachfrage nach Grundstücken in der Gemeinde machte die Verwaltung in einer ersten Stellungnahme an die Regierung auch aufmerksam.

Bedenken aus Regensburg


In der Domstadt sah man nun aber einen gewissen Gegensatz in der Tatsache, dass die Kommune erst im vergangenen Jahr sieben Bebauungspläne geändert - respektive gelockert - hat und auf der anderen Seite neues Bauland ausweisen will. Die Vereinfachungen in den Bebauungsplänen sollten nämlich dazu führen, dass bestehende und leerstehende Grundstücke im Gemeindegebiet vielleicht eher bebaut werden. Nun äußerte die Regierung die Befürchtung, dass das zusätzliche Baugebiet diesen Bestrebungen zuwider läuft. In Regensburg sah man deshalb den Bedarf an einem neuen Baugebiet nicht nachvollziehbar begründet.

Der Gemeinderat nahm diesen Einwand zur Kenntnis, war aber anderer Ansicht: Natürlich solle die Innenentwicklung weiter mit aller Kraft forciert werden, war bei der Sitzung zu hören. Aber die Räte waren einstimmig der Überzeugung, dass nur eine Kombination zwischen dem Bemühen, bestehende Grundstücke zu bebauen und der Ausweisung eines neuen Baugebietes die positive Entwicklung der Kommune gewährleiste. Der Grund: Die Nachfrage nach Baugrund sei hoch, und die Grundstücke im Innenbereich seien keine kurzfristige Lösung, da sie in Privatbesitz sind.

Den verfahrenstechnischen Schlussstrich zog der Gemeinderat auch unter ein weiteres großes Vorhaben: Mit je einer Gegenstimme beschloss er den vorhabensbezogenen Bebauungsplan "Paintball" sowie die Fortschreibung des Flächennutzungsplans als Satzung. Damit hat auch die geplante Paintball-Anlage bei Trisching einen weiteren Schritt in Richtung Bau gemacht.

Drei Anregungen


Die Untere Immissionsschutzbehörde am Landratsamt hatte in ihrer Stellungnahme Zustimmung signalisiert - unter der Maßgabe, dass 117 Dezibel nicht überschritten werden. Außerdem sollte auf der Anlage nur tagsüber Betrieb herrschen. Die Oberflächen der Deckungen sollten darüberhinaus mit weichem Material bedeckt oder gefüllt werden, um die Aufprallgeräusche der Farbkugeln weiter zu mindern.

Der Gemeinderat beschloss, diese Anregungen aufzunehmen. Überhaupt nicht anfreunden mit der Paintball-Anlage konnte sich Kreisheimatpfleger Leo Berberich: Er bezeichnete den Sport in seiner Stellungnahme "Kultur-Irrung".
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