Fußball
Kleiner Verein hofft vergeblich

Vor 40 Jahren klopfte der FC Schmidgaden an das Tor zur Landesliga, scheiterte aber im letzten Entscheidungsspiel. Dieses Mannschaftsbild entstand zwei Wochen nach dem verpassten Aufstieg. Bild: hfz
Sport
Schmidgaden
25.06.2016
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Vor 40 Jahren schrieb der FC Schmidgaden Fußballgeschichte, als er nur ganz knapp am Aufstieg in die Landesliga scheiterte.

Die Frage sei erlaubt: Was war am 26. uni 1976 um 18 Uhr in Schmidgaden los. Ja, das Dorf war leer, da sich alle Fußballbegeisterten der Gemeinde zum Entscheidungsspiel - um den Aufstieg in die Landesliga - im Straubinger Stadion trafen.

Zur Vorgeschichte: Der FC war am letzten Spieltag in seiner erst zweiten Bezirksligasaison 1975/76 punktgleich (37:23) mit dem FC Mintraching als Zweiter und Dritter über die Ziellinie gegangen. Meister wurde übrigens der TSV Pressath mit 39:21 Punkten. Es kam also zu einem Entscheidungsspiel, das der FC am 23. Mai in Burglengenfeld gegen den FC Mintraching vor 1700 Zuschauern mit 1:0 gewann. Torschütze war Gerhard Rewitzer durch einen Strafstoß. Der FC war Zweiter und begab sich nun in den langen Relegationsweg.

Enorme Wartezeit


Vier Wochen später, erst am 20. Juni, ging es in Rosenberg vor 1000 Zuschauern gegen den ASC Boxdorf (Mittelfranken) weiter. Die Begegnung endete nach 120 Minuten 2:2. Die beiden Treffer erzielte Walter Probst. Da es damals noch kein Elfmeterschießen gab, kam es am 23. Juni wieder in Rosenberg zur Neuauflage. Der FC hatte noch Kraft und deklassierte die Boxdorfer mit 6:2. Torschützen waren Franz Fenzl, Rudi Schnabl, je 2 Tore Karl Schimmer und Walter Probst.

Die Energieleistung des Teams von Trainer Bruno Steinl, dem Vater des FC-Aufschwungs, sollte jedoch Folgen haben. Den FC trennte nun noch ein Sieg vom Aufstieg in die Landesliga. Der Gegner hieß TSV Lindberg (Niederbayern). Spielgruppenleiter Böhner aus Nürnberg hatte das Spiel bereits drei Tage später für Samstag, 26. Juni angesetzt. Der FC, der einen Tag länger Pause wollte und für den Sonntag als Spieltag plädierte, wehrte sich zwar vehement gegen diesen Termin, blieb aber erfolglos.

Nun galt es also anzutreten. Obwohl der Anstoß auf 18 Uhr gelegt wurde, zeigte das Thermometer im Straubinger Stadionkessel 35 Grad. Der FC spielte in folgender Besetzung: Josef Reichmann, Hans-Ludwig Pflamminger, Gerhard Prifling, Josef Wagner, Hermann Rewitzer, Rudi Deml, Franz Fenzl, Gerhard Rewitzer, Karl Schimmer, Josef Schimmer, Walter Probst - Ersatzspieler: Georg Dobler (83. Minute eingewechselt), Heinz Probst (84. Minute), Ersatztorwart war Hans Schimmer.

Lindberg frischer


Natürlich war der Gegner aus Niederbayern frischer, da ihm eine Woche mehr Vorbereitungszeit zur Verfügung stand. Unabhängig davon kämpfte der FC unermüdlich und konnte das Spiel gut 60 Minuten offen halten. Die Niederbayern führten durch Tore in der 36. und 64. Minute mit 2:0. Als Gerhard Rewitzer in der 77. Minute den Anschlusstreffer erzielte, keimte nochmals Hoffnung beim FC auf. Doch bereits vier Minuten später kam das Aus für den FC, als dem TSV Lindberg der 3:1-Siegtreffer glückte. Die Schmidgadener waren wegen der Vorgeschichte verständlicherweise k.o. und mussten dem Gegner verdientermaßen zum Aufstieg gratulieren. Der FC-Traum war damit beendet, ein Märchen für den kleinen Dorfverein sollte nicht wahr werden. Die Erinnerungen aber bleiben an die tolle Leistung der Mannschaft, des Trainers Bruno Steinl und der FC-Verantwortlichen.
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