Auch Luftbeobachter verständigen sich jetzt digital, wenn sie Brände entdecken
Ende der Analogfunk-Ära

Vermischtes
Schmidgaden
25.04.2016
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Wenn andere im Sommer zum Baden gehen, opfern sie ihre Freizeit, um Brände zu entdecken. Mit einer Großübung auf dem Landeplatz Schmidgaden hat am Wochenende die saisonale Arbeit der Luftbeobachter begonnen.

Im Cockpit gilt das Miteinander. Neben dem Piloten sitzen Männer, die aus der Luft Brände entdecken. Dann geht alles im Sekundentakt: Verständigung von Rettungsleitstellen, Alarmierung der Feuerwehren. Womit die Aufgabe der Flugzeugbesatzung noch längst kein Ende hat. Sie muss Einsatzfahrzeuge an mitunter abgelegene Brandorte lotsen, Lagebeschreibungen übermitteln und Einschätzungen abgeben.

Die oberpfalzweite Einsatzübung zum Saisonauftakt findet traditionsgemäß auf dem Luftlandeplatz Schmidgaden statt. Dort hat der Pilot Dieter Naber aus Amberg die Führung. Als Bezirkschef der Luftrettungsstaffel Bayern arbeitet er die Aufgaben aus, teilt Besatzungen ein, gibt Startanweisungen. Was folgt, lässt sich Funkgesprächen entnehmen: fiktive Brandorte in den Bereichen Amberg-Sulzbach und Schwandorf entdeckt, Feuerwehren in Marsch gesetzt, Lotsung der Einsatzkräfte. Als dies geschah, waren auch die Kreisbrandräte Fredi Weiß (Amberg-Sulzbach) und Robert Heinfling (Schwandorf) mit dabei. Neben ihnen kamen Vertreter der Forstbehörde und der Bezirksregierung.

Luftbeobachter und Piloten arbeiten ehrenamtlich. Für ihre Dienste bekommen sie nichts. Sie haben Kartenmaterial dabei und neuerdings auch digitale Funkgeräte. Damit geriet die Auftaktübung 2016 zur Zäsur: An Vertreter der Landeplätze Regensburg-Oberhub, Weiden-Latsch, Neumarkt, Cham und Schmidgaden wurden Koffer mit mobil einsetzbaren Digitalfunkempfängern überreicht. Damit endete auch für die Truppe der Luftbeobachter das Zeitalter des analogen Funks.

Bayernweit starteten die Luftbeobachter im vergangenen Jahr zu 7245 Flügen. Sie entdeckten 676 Schadensereignisse, darunter viele Rauchentwicklungen, Wald- und Flächenbrände. Sie beteiligten sich aber auch an Personensuchen, gaben Verkehrsinformationen und fertigten Luftbilddokumentationen. Eine vielseitig einsetzbare Truppe also, die auch in der Region ihre Daseinsberechtigung längst nachgewiesen hat.
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