"Aus" für Projekt bei Trisching
Windkraft: Investor springt ab

Vermischtes
Schmidgaden
31.08.2016
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Die geplante Windkraftanlage bei Trisching ist vom Tisch. Nachdem der potenzielle Betreiber bereits Bürgermeister Josef Deichl davon in Kenntnis gesetzt hatte, bestätigte ein Sprecher auch gegenüber dem NT: "Enercon wird das Projekt in der Gemeinde Schmidgaden nicht weiter verfolgen". Etwas nebulös bleibt die Begründung.

Die Antwort auf die Frage nach den Beweggründen für diesen plötzlichen Rückzieher fällt seitens "Enercon" kurz und bündig aus und besteht aus lediglich einem Satz: "Eine erneute Abwägung der Chancen und Risiken hat uns dazu bewogen, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen", teilte das Unternehmen mit Sitz in Aurich in Ostfriesland in Person ihres Sprechers Felix Rehwald auf Anfrage des NT schriftlich mit. Ob diese erwähnten Risiken etwas mit dem massiven Protest, der sich in den Reihen der Trischinger gegen das geplante Vorhaben gerührt hatte, zu tun haben, bleibt Spekulation und die Frage vom Betreiber unbeantwortet. Fakt ist jedenfalls: Das Projekt ist ad acta gelegt.

Neu positioniert


Bürgermeister Josef Deichl erinnerte in einer Reaktion daran, dass sich der Gemeinderat der vergangenen Wahlperiode für Windkraft ausgesprochen und im Flächennutzungsplan dafür Zonen ausgewiesen habe. Wie das Gemeindeoberhaupt weiter sagte, sei auch der jetzige Rat der alternativen Energiegewinnung durch Wind positiv gegenüber gestanden. Erst spät - bei der Informationsveranstaltung über die geplante Windkraftanlage bei Trisching vor wenigen Wochen - sei dann bewusst geworden, dass die Bürger zwischenzeitlich umgeschwenkt seien.

"Daraufhin mussten wir uns neu positionieren", betonte Gemeindeoberhaupt Deichl. In einem Gespräch mit "Enercon" habe er die Sichtweise der Kommune dargelegt und gesagt, dass sie das Thema "Windkraft" neu überdenken werde. Dann habe sich schnell abgezeichnet, dass der Betreiber das Projekt wohl nicht weiter verfolgen wird.

Vorwürfe, die Gemeinde habe die Bürger nicht ausreichend informiert, wollte Deichl nicht stehen lassen: Die Änderung des Flächennutzungsplans mit dem Ziel, Konzentrationszonen für Windenergie zu schaffen, habe sich über mehrere Jahre hingezogen. Dieser Prozess sei über Aushänge, im Internet und in der Tageszeitung ausführlich begleitet worden. Es könne sich deshalb jetzt niemand hinstellen und sagen, er habe nicht gewusst, dass auf diesen Flächen einmal Windräder gebaut werden könnten. Die Konzentrationszonen wollte der Rat festlegen, damit es nicht zu einem "Windrad-Wildwuchs" in der Gemeinde kommt.

"Die Bürger", unterstrich Bürgermeister Deichl, "haben eine gewisse Bringschuld der Gemeinde gegenüber und müssen sich auch selber informieren". Hinzu komme: Wären die Grundstückseigentümer nicht bereit gewesen, ihre Flächen an den geplanten Standorten zu verkaufen, wäre das Thema "Windkraft" jetzt überhaupt nicht auf den Tisch gekommen.

Weitere Planänderung


Dass sich bei Trisching überhaupt einmal Windräder drehen werden, erscheint indes unwahrscheinlich: Wie Bürgermeister Deichl darlegt, sei angedacht, den Flächennutzungsplan abermals zu ändern, eine neue Artenschutzprüfung vorzunehmen und auf der Grundlage der 10-H-Regelung neue Zonen für Windkraft festzulegen. Damit wäre es auf dem von "Enercon" ins Auge gefassten Areal nicht mehr möglich, Windräder zu bauen. Die Änderung des Flächennutzungplans erfolgte nämlich vor der 10-H-Regelung, was geringere Abstandsflächen zur nächsten Bebauung möglich gemacht hätte.

Eine erneute Abwägung der Chancen und Risiken hat uns dazu bewogen, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen.Enercon-Sprecher Felix Rehwald


HintergrundSüdlich von Trisching wollte die Firma "Enercon" zwei Windräder bauen. Nun erklärte das Unternehmen, das Vorhaben nicht mehr weiter zu verfolgen. Unser Bild zeigt die beiden Standorte, die "Enercon" für die Windräder ins Auge gefasst hätte. Oben ist ein Teil der Ortschaft Trisching zu sehen, unten links der Fensterbacher Ortsteil Jeding.
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