Informationsabend zu geplanter Anlage bei Trisching
Widerstand gegen Windräder

Markus Schmitt (links) und Johannes Schnabel, Vertreter von Enercon, erläuterten das Projekt.
Vermischtes
Schmidgaden
27.07.2016
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Die Plätze im Gasthaus Pröls reichten nicht aus. Die Bürger verfolgten sogar durch die geöffneten Fenster Vortrag und Diskussion. Bilder: ral (2)

Am südlichen Ortsrand Trischings sollen im nächsten Jahr zwei Windräder entstehen. Dieses Projekt ruft massiven Widerstand der Trischinger hervor.

-Trisching. Dies zeigte sich bei der Informationsveranstaltung der Gemeinde am Montagabend. Die Firma Enercon plant in Trisching zwei Windräder, so die Bekanntgabe in der letzten Gemeinderatssitzung. Die Kommune beschloss, die Bevölkerung in einer eigenen Veranstaltung zu informieren. Dieser Einladung folgten am Montagabend so viele Bürger aus der Gemeinde Schmidgaden und der Nachbargemeinde Fensterbach, dass Gastzimmer und Saal im Gasthaus Pröls nicht mehr ausreichten. Zahlreiche Besucher verfolgten die Veranstaltung vor den Fenstern.

Kein Widerspruch


Bürgermeister Josef Deichl erklärte, dass die Gemeinde sich auf die Seite der Bürger stelle. Allerdings lasse der Flächennutzungsplan der Gemeinde es zu, dass hier Windräder gebaut werden können. Der Geschäftsleiter der Gemeinde, Martin Janz, erläuterte, wie es dazu gekommen ist. Im Zuge des Landesentwicklungsplanes - basierend auf der Energiewende - wurde die Gemeinde aufgefordert, Flächen zu benennen, die sich für Photovoltaik und Windräder eignen. Diese sollten dann im Flächennutzungsplan erfasst und ausgewiesen werden. Dabei war für die Windkraft auch das nun betroffene Gelände dabei. Der Flächennutzungsplan wurde zwei Mal öffentlich ausgelegt. Aus Trisching kam kein einziger Widerspruch. Andere Flächen wurden aus der Planung genommen, vor allem in Rottendorf: Hier kamen Widersprüche vonseiten der Bevölkerung. Sie betrafen aber PV-Anlagen. Im Jahre 2011 wurde der Flächennutzungsplan vom Gemeinderat beschlossen. Der Flächennutzungsplan erhielt noch Rechtskraft, bevor die neue bayerische 10H-Regelung für Windräder eintrat. Die besagt, dass der Mindestabstand vom Ortsrand mindestens das zehnfache der Höhe der geplanten Anlage betragen muss.

Als Vertreter der Firma Enercon widersprach Johannes Schnabel den "fünf größten Mythen", die angeblich gegen die Windkraft sprechen. So sei der Infraschall nicht zu hören - er liege in einem Dezibel-Bereich, den das menschliche Ohr nicht mehr wahrnehme. Der Schattenwurf dürfe 30 Stunden im Jahr nicht übersteigen, auch nicht mehr als eine halbe Stunde am Tag. Die geplanten Anlagen seien so konzipiert, dass Eiswurf möglichst auszuschließen sei. Schnabel trat auch dem Argument entgegen, dass der Bau der Anlage mehr Energie verschlinge, als erziele. Windkraftanlagen seien wirtschaftlich. Dies werde durch sinkende Strompreise bewiesen.

Für das Projekt in Trisching ist Matthias Schmidt verantwortlich. Er stellte den Werdegang des Projektes vor. Auf Antrag von Carl Graf zu Eltz wurde das Gelände in Trisching und in der benachbarten Gemarkung Wolfring überprüft. Da die Gemeinde Fensterbach, zu der Wolfring gehört, keinen Flächennutzungsplan habe, der die 10H-Regelung ausschließe, sei der Bau dort nicht möglich. Also hätten sich die Planungen auf Trisching konzentriert. Alle notwendigen Untersuchungen seien bereits abgeschlossen, so dass bis zum Jahresende mit der Baugenehmigung zu rechnen sei. Der Bau sei für das kommende Jahr geplant. Die Einspeisung des Stromes erfolge in Schwarzenfeld im Einspeisepunkt des Bayernwerkes.

In Trisching seien zwei E-115 Anlagen geplant. Die artenschutzrechtliche Prüfung habe in den letzten beiden Jahren Dr. Helmut Schlamprecht vorgenommen. Das Ergebnis trug er auf der Versammlung vor. Er berichtete, dass es keine Bedenken gebe und keine schützenswerten Tiere gefährdet würden.

274 Unterschriften


All diese Argumente konnten die Trischinger nicht überzeugen. Vor allem die Bürger aus dem Neubaugebiet Marberg waren alles andere als begeistert, haben sie doch in den letzten fünf Jahren hier alle ein neues Haus gebaut. Sie fürchten nun um eine massive Einschränkung der Lebensqualität, was sie in der Diskussion und schon während der Vorträge deutlich zum Ausdruck brachten. Aber auch bei den weiteren Trischinger Bürgern findet das Projekt nicht viele Freunde. Eine spontane Unterschriftenaktion am letzten Samstag brachte in ein paar Stunden 274 Unterschriften gegen die Windräder. Es gab auch Argumente für Projekte mit einer Bürgerbeteiligung, diese fanden aber auch nicht die Zustimmung. Der Widerstand gegen die Windräder ist groß in der Ortschaft Trisching - wegen des Abstandes von 800 Metern zur bewohnten Siedlung.
1 Kommentar
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 28.07.2016 | 21:20  
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