Lernen aus der Vergangenheit
Einbeziehung des Gemeindearchivs für den Unterricht an der Mittelschule

Archivbetreuer Josef Mutzbauer (mit Schriftstück) freute sich über das Interesse der jungen Leute an der heimatgeschichtlichen Präsentation. Bild: ohr
Vermischtes
Schmidgaden
24.02.2016
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Schmidgaden/Fensterbach. Die Gemeinde Schmidgaden errichtet in einem leerstehenden Klassenzimmer der Mittelschule ihr Archiv. Als offiziell von der Kommune bestellter Archivbetreuer sichtet Josef Mutzbauer die Unterlagen, erschließt sie inhaltlich und nimmt eine Bewertung vor. Den Lehrkräften bietet sich nun die Chance, das Archivgut in den Unterricht einzubeziehen.

Rektor Edgar Hanner leitet an der Mittelschule Schmidgaden die 9. Klasse. Im Fächerverbund "Geschichte/Sozialkunde/Erdkunde" werden in dieser Jahrgangsstufe die Nachkriegsjahre thematisiert. Der Schulleiter packte die Gelegenheit beim Schopf und nutzte die Dokumente "vor Ort" zur unterrichtlichen Integration. Zur abschließenden Zusammenfassung strukturierte der Archivbetreuer heimathistorische Zeugnisse beider Kriege und zeigte Folgen auf. Die Bandbreite reicht von handgeschriebenen Abfassungen, amtlichen Schriftstücken, Aktennotizen bis zu Zeitungsausschnitten und Illustrationen, dargestellt in zwei übersichtlichen Schaubildern. Der verantwortliche Betreuer konfrontierte die 14- und 15-Jährigen mit den Präsentationen und stellte im Dialog heimatliche Bezüge her. "Die Kinder waren sehr aufmerksam und interessiert", freute sich Josef Mutzbauer.

Die Grafik zum Ersten Weltkrieg rückt den Aufruf Kaisers Wilhelm II. in den Mittelpunkt und gewährt unter anderem einen Einblick in die Währung, in die Inflation/Geldentwertung - eine Quittung zum Beispiel bestätigt den Betrag von fünf Billionen Mark - Schreiben zu persönlichen Schicksalen sowie Bekanntmachungen zum Schulwesen.

Das Schaubild zum Zweiten Weltkrieg gibt Auskunft über das Leben vor, während und nach dieser schrecklichen Zeit und nimmt in Abfassungen Bezug zu Kriegsflüchtlingen, Heimatvertriebenen und Arbeitsdienstlagern und Lebensmittelkarten. Bezugsscheine verweisen auf die prekäre Versorgungssituation.
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