Versammlung der Jagdgenossen
Abschussplan übererfüllt

Vermischtes
Schmidgaden
04.03.2016
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Ein Umdenken hat im vergangenen Jahr bei vielen Landwirten der Jagdgenossenschaft Rottendorf stattgefunden. Die Apelle von Jagdvorsteher Ägidius Viehauser, Jagdpächter Dr. Peter Schulz und der Gemeinde, bei kleineren Wildschäden Zurückhaltung zu üben und keine Entschädigung zu fordern, wurden ausnahmslos befolgt, hieß es bei der Jagdversammlung. Voll Freude stellte Viehauser in seinem Rechenschaftsbericht fest, dass 2015 trotz mehrfacher Wildschäden kein einziger zur Regulierung gemeldet wurde.

Sparen für Wegebau


Nach einem von den Jagdpächtern gestifteten Rehessen erstattete Viehauser im voll besetzten Feuerwehrhaus seinen Bericht und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. Für den seit Jahren mit der Gemeinde praktizierten Bau von Flurwegen seien bereits wieder 7300 Euro angespart worden. Beim neuen digitalen Jagdkataster gebe es Angebote des Bauernverbandes und des Vermessungsamtes. Am 19. März findet in Schwarzenfeld ein "Wildlebensraumtag" des Landwirtschaftsamtes für alle Jagdgenossen statt.

171 Kilometer Wege


Auch Bürgermeister Josef Deichl lobte die Zurückhaltung bei der Wildschadensregulierung und die finanzielle Beteiligung am Wegebau. Er bat, diesen Weg weiterzugehen. Die Gemeinde habe 171 Kilometer Feld- und Waldwege zu unterhalten. Dies könne nur in Zusammenarbeit aller gelingen. Die Gemeinde plane ein Planierschild zu kaufen, das bei allen Wegebaumaßnahmen eingesetzt werden könne. Um die Arbeiten besser koordinieren zu können, solle in jeder Jagdgenossenschaft der Gemeinde ein Wegebaumeister bestimmt werden.

Viehauser ergänzte dazu, dass als Sofortmaßnahme im Frühjahr ein paar Fuhren Schotter geliefert und an die wichtigsten Baustellen verteilt werden. Jagdpächter Dr. Peter Schulz sagte, das Flächenstilllegungsprogramm (Greening) habe positive Auswirkungen gezeigt. Das Verbissgutachten sei für alle zufriedenstellend ausgefallen. Damit könne der bisherige Abschussplan weiter bestehen. 2015 wurden 45 Rehe erlegt, zehn Prozent mehr als im Abschussplan vorgesehen. Grund dafür war die relativ hohe Anzahl von Fallwild (18) im Straßenverkehr.

Anstelle des erkrankten Kassenverwalters Ludwig Eckl trug der Jagdvorsteher den Finanzbericht vor. Vom Jagdpacht wurden 300 Euro an die Jäger als Zuschuss für Maßnahmen gegen die Wildschweinplage überwiesen. Der Rest wurde je zur Hälfte an die Jagdgenossen ausbezahlt und für Wegebaumaßnahmen angespart.

Kostenlose Ausleihe


Der letzte Tagesordnungspunkt, der Beschluss über die Verwendung des Jagdpachtschillings, barg Zündstoff. Entgegen der üblichen Praxis schlug Viehauser nach einem Beschluss der Ausschussmitglieder vor, ein Mulchgerät (Preis ca. 6500 Euro) zu kaufen, das jeder Jagdgenosse nach vorheriger Unterweisung kostenlos ausleihen könne. Christian Pröls erklärte sich bereit, als Gerätewart für die ordentliche Abwicklung der Einsätze zu sorgen. Der Vorschlag löste eine heftige Diskussion unter Befürwortern und Ablehnern aus. Eine schriftliche Abstimmung ergab eine knappe Flächen- und eine deutliche Stimmenmehrheit für den Ankauf.
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