Viergestirn im Vorwärtsgang

Vermischtes
Schmidgaden
12.06.2015
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Eine Quadriga ist ein antiker Streitwagen, der von vier Pferden gezogen wird. Insofern würde sie als Namensgeber für das Unternehmen in Schmidgaden (Landkreis Schwandorf) wie die Faust aufs Auge passen: Bei "Quadrus Metalltechnik" haben vier Geschäftsführer das Sagen - mit Erfolg.

Wo bis vor 17 Jahren noch grüne Wiese war, ist mittlerweile ein Unternehmen mit einer Fläche von zigtausend Quadratmetern gewachsen. 1998 machten sich die beiden Brüderpaare Werner und Anton Prüfling sowie Alois und Markus Gsödl - allesamt mit Erfahrung in Metallberufen - in Schmidgaden selbstständig. Gemeinsam mit ihren Familien legten sie auf der Baustelle selber Hand an, erledigten viele Arbeiten an der ersten kleinen Produktionshalle in Eigenregie - ein Familienunternehmen also im wahrsten Sinne.

Das Ziel: Alle vier sollten ihr Auskommen haben. "Das ist etwas anders gelaufen, als wir es gemeint haben", sagt Geschäftsführer Werner Prüfling jetzt schmunzelnd. Mittlerweile produziert das Unternehmen auf rund 6800 Quadratmetern und verfügt außerdem über Lagerkapazitäten von etwa 4300 Quadratmetern. Insgesamt 230 Mitarbeiter sind bei der Metalltechnik-Firma beschäftigt. Das größte Projekt der Unternehmensgeschichte läuft derzeit: Anfang kommenden Jahres soll die Produktion in der neuen - mittlerweile neunten Halle - anlaufen. In das etwa 9100 Quadratmeter große Gebäude würden sämtliche bis dato stehenden Produktionshallen hineinpassen.

Mit dieser Investition will das Unternehmen Produktionsschritte vereinfachen und optimieren. Um den Standort Deutschland gegenüber ausländischen Unternehmen, die eventuell mit einem ganz anderen Lohnniveau auf dem Markt agieren, konkurrenzfähig zu halten, ist es zum Beispiel wichtig, Abläufe zu automatisieren. "Wenn wir das nicht machen, können wir mit den Preisen nicht mithalten", schildert Geschäftsführer Prüfling. Das wird aber nicht zulasten der Beschäftigten gehen - im Gegenteil: "Dieser Schritt ist eine Zusage an die Mitarbeiter, dass wir zufrieden sind, investieren und damit Arbeitsplätze sichern." Selber in Länder zu gehen, in denen zu anderen Bedingungen produziert werden kann, habe für "Quadrus" nie eine Rolle gespielt, versichert Geschäftsführer Werner Prüfling. Der Grund: "Die Oberpfälzer halten zusammen, wenn es darauf ankommt - und dann wird der Auftrag erledigt. Diese Mentalität findet man woanders nicht." Diese Mentalität ist wohl auch ein Grund, warum es funktioniert, vier Geschäftsführer am Ruder zu haben. Zwar ist jeder der "Quadriga" für einen anderen Bereich zuständig, aber Entscheidungen werden laut Prüfling gemeinsam getroffen. "Es gehört dazu, dass man nicht immer einer Meinung ist, aber unter dem Strich geht es darum, das Unternehmen auf den besten Weg zu bringen."

Die Heimatverbundenheit sieht man auch an den Mitarbeitern: Der allergrößte Teil kommt aus der Region, aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern. Gleiches gilt für den Kundenstamm: "Quadrus" verkauft seine Produkte zwar in der gesamten Republik, aber der Großteil der Abnehmer sitzt in der Oberpfalz (siehe blauer Kasten). Das Erfolgrezept: "Qualität ist überall gefragt, dazu kommt eine große Liefertreue", unterstreicht Werner Prüfling.
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