Mit Kanu ins Schwarze Meer

Morgen sticht Wolfgang Seidenbeck in See, mit seinem Kanu paddelt er bis zum Schwarzen Meer. Bild: pop
Freizeit
Schmidmühlen
17.06.2016
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"In 80 Tagen um die Welt": Der 1873 von Jules Verne geschriebene Klassiker wurde vielfach verfilmt. Nicht um die Welt reist Wolfgang Seidenbeck, aber 80 Tage ist er trotzdem unterwegs. Seine Tour führt mit dem Kanu von Schmidmühlen ins Schwarze Meer.

Dieses sicher nicht alltägliche Unternehmen startet am Samstag, 18. Juni. Nicht erst seit Udo Jürgens weiß man, dass das Leben mit 66 Jahren erst so richtig beginnt. Wolfgang Seidenbeck ist knapp 66 Jahre alt und fast so lange hegt er den Wunsch, mit einem Kanu bis ans Ende der Donau, genauer gesagt ins Schwarze Meer, zu fahren. Mit der Donau ist er eng verbunden, denn er wurde in Regensburg geboren und wuchs dort auch auf - so entwickelte er eine tiefe Beziehung zu diesem Gewässer. Die schlug sich auch in seinem erlernten Beruf nieder.

"Zeit war noch nicht reif"


Er absolvierte eine Lehre als Fischwirt und schloss diese mit der Meisterprüfung ab. Auch wenn sich sein Tätigkeitsfeld veränderte, dem Wasser und insbesondere den Fischen blieb und bleibt er verbunden. Als aktives Mitglied und vor allem als jahrelanger Ausbilder des Fischereivereins ist er vielen Petrijüngern aus dem südlichen Landkreis und darüber hinaus bekannt. Die Idee zur Donau-Tour hatte Wolfgang Seidenbeck erstmals 1975, "aber die Zeit war halt noch nicht reif". Konkret wurde es vor rund drei Jahren, als er für sich ein erstes Kanu und ein Jahr später ein zweites selbst baute. Ab diesem Zeitpunkt - das "Okay seiner Frau lag mittlerweile vor - liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Sie wurden aber teilweise unterbrochen und die Schwarzmeer-Tour um ein Jahr verschoben, da seine Enkeltochter geboren wurde. Mittlerweile trainiert Seidenbeck wöchentlich. Hunderte von Trainingskilometern ist er mittlerweile gepaddelt, auf der Vils, der Naab und der Donau. Die Generalprobe war eine Tour auf der Elbe. Morgen ist es so weit: Mit Gleichgesinnten startet er in Ingolstadt. Mitgenommen werden kann nur das, was in das schmale Kanu passt: Kleidung, Medikamente, Ersatzpaddel, Nahrung. Es gibt keinerlei Versorgungsfahrzeuge. Und ähnlich wie im Roman von Jules Verne steht eine Vielzahl von Ländern auf der Route: Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Kroatien, Bulgarien und schließlich Rumänien.

2513 Flusskilometer


Sollte alles klappen, wird Wolfgang Seidenbeck mit seiner Gruppe Ende August Sfantu Gheorge (St. Georg) in Rumänien erreicht. Dies ist der letzte Ort vor dem Schwarzen Meer. Am Mittwoch, 31. August, schließlich wird die Kanugruppe in das Binnenmeer einfahren. Nach einer Abschlussfeier wird es mit einem Versorgungsschiff und dem Bus wieder zurückgehen nach Deutschland. Dann liegen hinter Seidenbeck 2513 gepaddelte Flusskilometer.
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