Die Jakobuskirche in Emhof
Ein echtes Kleinod mit Pfiff

Kultur
Schmidmühlen
02.07.2016
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Die kleine Emhofer Jakobuskirche war voll besetzt - groß war das Interesse an den Erläuterungen von Markträtin Christine Werner. Schnell zeigte sich: Hier ging es um ein echtes Kleinod.

Emhof. Zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre stand die Reihe "Kirche & Wirtshaus mit Pfiff" im Veranstaltungskalender Schmidmühlens. Nach Friedhof und Kreuzbergkirche und vor zwei Jahren Winbuch mit der Bartholomäuskirche rückte diesmal Emhof in den Blickpunkt.

Der älteste Ort


Einst eine eigenständige Gemeinde, ist es nachweislich der älteste Ort in der Gemeinde: Schmidmühlen wird urkundlich 1010 genannt, Winbuch 1147 - aber Emhof bereits 997. Doch die Geschichte lässt sich noch weiter zurückverfolgen. Die Besiedelung geht bis vor Christi Geburt zurück. Wie Schmidmühlen den keltischen Ringwall auf dem Kreuzberg hat, so besitzt Emhof ebenfalls einen: klein, aber noch feststellbar, auf der höchsten Erhebung zwischen Schmidmühlen und Emhof links der Vils. Eine ansehnliche Menge von Funden stammt aus der Bronzezeit. Im Archenleitener Forst zeugen immer noch Hügelgräber von der verhältnismäßig dichten Besiedelung.

Licht für Emmenhofen


Die erste urkundliche Nennung Emhofs entstammt - wie die Schmidmühlens - der Tradition des Klosters Emmeram. Dort wurde 997 beurkundet, dass der Abt den Zins einer Hube für die Lichter in den Kapellen "Premberg und Emmhofen" gibt. Mit Letzterem ist Emhof gemeint. Es gehört zur Pfarrei Dietldorf.

Seine Kirche, dem heiligen Jakobus geweiht, stand innerhalb des Burgbergrings und gehörte zum Schloss in Emhof. Reste der Mauer sind noch zu erkennen und lassen den Umfang des Besitzes erkennen. Zu Kirche und Schlossanlage gehörte in den früheren Jahrhunderten auch ein Begräbnisplatz. Nach wie vor bilde das Gotteshaus den Mittelpunkt des Ortes, sagte Christine Werner. Wichtig für eine Kirche sei nicht, dass sie mit wertvollem Schmuck ausgestattet, sondern dass sie Ziel und Heimat für die Gläubigen sei, machte die Referentin deutlich. Der kleine romanische Bau verrät - obwohl er mannigfaltige Restaurationen über sich ergehen lassen musste - sein hohes Alter. Die Turmanlage stammt aus ältester Zeit, Oberbau und Kuppel wurden im 18. Jahrhundert aufgesetzt. Das romanische Portal ist unverändert.

Die Turmuhr wurde zu Beginn des vorigen Jahrhunderts von der Familie des damaligen Schlossbesitzers, des Freiherrn von Rummel, gestiftet. Die Uhr stammte vom ehemaligen Kapuzinerkloster in Burglengenfeld, das 1803 der Säkularisation zum Opfer fiel. Der Hauptaltar ist Spätbarock, der Nebenaltar wird der Renaissance zugeordnet und stammt aus der ehemaligen Schlosskirche von Kirchenödenhart.

Im BlickpunktDie Emhofer Jakobuskirche wurde immer wieder renoviert - nicht nur mit finanziellen Mitteln der Bevölkerung: Über 1000 Arbeitsstunden erbrachten die Dorfbewohner bei der letzten Außenrenovierung 1989. Letztmals innen hergerichtet wurde der Bau 1993. Zwei Gedenktafeln erinnern an gefallene und vermisste Emhofer Soldaten. Im Turm gibt es drei Glocken. Die größere ist ein Geschenk von Johann Schelchshorn von Regensburg (1671), die zweite, etwas kleinere, von Johann Ulrich in Neuburg (1702) und die dritte von Josef Sperl (gestorben 2003) aus Emhof. Die Turmuhr wurde zu Beginn des vorherigen Jahrhunderts von der Familie des damaligen Schlossbesitzers Freiherr von Rummel gestiftet. 1816/17 entstand im Burgbergring das neue Schloss mit Stall und Jägerhaus, aus dem später eine Brauerei, dann ein Gasthaus und heute ein Wohnhaus wurde. (pop)
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