Ausbildung ist Zukunft

Lokales
Schmidmühlen
16.11.2015
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Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert stärkere Investitionen der Arbeitgeber in die Ausbildung: Der DGB-Ausbildungsreport zeigt, dass nur noch jeder fünfte Betrieb ausbildet.

Betriebe müssen stärker in Fachkräfte investieren: Dies forderte der Ortsverband der IG BAU bei einer Mitgliederversammlung im Gasthof Lindenhof. "Die Arbeitgeber sprechen von Fachkräftemangel, aber mit dieser Ausbildungspolitik schaufeln sie sich ihr eigenes Graf", sagte IG-BAU-Sekretär Karl Toth. Gut ausgebildete Arbeitnehmer seien eine Investition in die Zukunft eines Betriebs.

Seit genau 40 Jahren gibt es nach Toths Worten am Bau die Ausbildungsumlage. Der Erfolg: Die Ausbildungsquote liege ein Viertel höher als im Schnitt aller Branchen. Wer am Bau ausbilde, bleibe nicht auf den Kosten sitzen, denn alle Betriebe beteiligten sich per Umlage daran. 17 Monatsentgelte der Auszubildenden würden übernommen. "Auf gute Fachkräfte ist jeder Betrieb angewiesen. Es gibt sie aber nicht umsonst. Deshalb ist es nur gerecht, wenn sich alle Unternehmen an den Kosten für den Nachwuchs beteiligen", machte Toth deutlich. Für ihn steht fest: "Die Ausbildungsumlage ist ein Erfolgsmodell. Alle Beteiligten sind mit dieser sozialpartnerschaftlichen Lösung sehr zufrieden. Diese Form der Umlage kann auch anderen Branchen als Blaupause dienen." Gleichzeitig setze sich die IG BAU für eine fundierte und qualitativ hochwertige Ausbildung in drei Lehrjahren ein. Denn Ausbildung brauche Zeit.

Mit einer Schmalspurvariante ist nach Toths Ansicht weder dem Nachwuchs noch den Betrieben geholfen. Die Azubis müssten an modernen Werkzeugen, Computern und Anlagen lernen können und brauchten dabei fachlich wie pädagogisch qualifizierte Anleitung sowie die Übernahme sämtlicher Kosten durch den Betrieb. Mit einer Umlage wäre dies auch leicht zu finanzieren.

Der Referent informierte auch über das Freihandelsabkommen mit den USA, TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership). Dazu stellte er klar: "Kein Handel ohne Arbeitnehmerrechte!" Die aktuellen Verhandlungen darüber gingen in die vollkommen falsche Richtung. In den USA seien Gefahrstoffe wie Asbest noch immer erlaubt, während sie in der EU verboten seien. "Beim Schutz der Arbeitssicherheit und der Gesundheit drohen massive Verschlechterungen", befürchtet Toth.

Bei TTIP müsse man ganz genau hinschauen - auch auf die Details. Erklärtes Ziel der EU-Kommission sei es, Unterschiede bei Gesetzen, technischen Normen und Zulassungsverfahren abzubauen. In den USA dürfe alles vertrieben werden - außer es ist wissenschaftlich bewiesen, dass es schädlich ist. "Das hat beispielsweise dazu geführt, dass so gefährliche Stoffe wie Asbest und das Pflanzenschutzmittel Atrazin in der EU verboten sind, in den USA jedoch nicht." Deshalb forderte Toth: "Gemeinsam mit den anderen DGB-Gewerkschaften muss Druck gemacht werden, damit TTIP die Rechte von Beschäftigten und Gewerkschaften nicht einschränkt."
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