Ausbrechen aus dem Hamsterrad

Lokales
Schmidmühlen
29.11.2015
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Freunde treffen, sich Zeit für ein Gespräch nehmen, die Vorweihnachtszeit genießen - das sind die Intentionen des Adventsmarktes in Schmidmühlen. Begleitet von nachdenklich stimmenden Worten öffnete er am Samstag seine Pforten.

Bevor das Markttreiben begann, feierten die Gläubigen einen Gottesdienst. Pfarrer Werner Sulzer stimmte dabei auf den Advent ein. Der Adventkranz sei ein Zeichen der Hoffnung, sagte der Geistliche. Die Menschen sehnten sich nach der Geburt des Erlöser. "Diese Sehnsucht soll in uns wachsen." Sulzer segnete dann auch den Kranz in der Kirche und die mitgebrachten Gebinde.

"Es gibt Dinge, die kann man sich nur schwer vorstellen. Ein solches Ding ist die Hoffnung", sagte der Geistliche in seiner Predigt. "Hoffnung ist für mich ein Kind, das ganz scharfe Augen hat". Ähnlich schwer zu fassen sei der Begriff Gerechtigkeit. "Die Gerechtigkeit ist für mich eine Frau, die eine Waage in der Hand hält - eine Waage wiegt ab". Die Gerechtigkeit brauche gute Augen. "In jedem von uns wohnt die Gerechtigkeit. Es steht in uns, zu beurteilen, was richtig und was falsch ist." Gott wird für Gerechtigkeit sorgen. "Er soll und wird einmal gerecht sein, dies bestätigt uns auch der erste Advent."

Die Kindergartenkinder trugen anschließend die Fürbitten vor. Nach dem Segen nahmen die Kindergartenkinder Aufstellung vor dem Altar und sagte "Wir Kinder freuen uns gar sehr, dass ihr alle kamt hierher. Wir sehen heute das erste Licht, an unserm grünen Kranze. Es leuchtet hell, es leuchtet weit, es leuchtet in die Dunkelheit." Viele Besucher waren erschienen, um bei der Eröffnung dabei zu sein. Die Pfarrgemeinde veranstaltet den inzwischen auch überregional bekannten und beliebten Adventmarkt. Die zahlreichen Ortsvereine und der Pfarreigemeinderat sorgten mit allerlei Spezialitäten auch für das leibliche Wohl der Gäste.

"Weihnachten kommt immer so plötzlich, diesen bekannten Satz hören und zitieren wir oft", sagte Pfarrgemeinderatssprecher Johann Bauer zur Begrüßung. "Während wir noch die Spätsommertage genießen, werden in den Supermärkten schon die Lebkuchen- und Spekulatiuspackungen aufgebaut - und gekauft, auch wenn die Zeit dafür eigentlich noch nicht da ist." Bauer kritisierte die Lebensphilosophie, die sich an einem "Immer mehr, immer schneller, immer aktueller" orientiere. "Jederzeit überall erreichbar sein, jederzeit sich über alles informieren können, das scheint für unsere Gesellschaft und für viele Menschen an erster Stelle zu stehen." Der Advent und die Weihnachtszeit sollten dazu einen Kontrapunkt setzen. Zum Abschluss der Eröffnung sangen die Kinder in Mundart "Schniwi, Schnawi, Schneibn, mogst im Stüberl bleibn?" Zur Freude der Besucher spielte die Nachwuchskapelle der Blaskapelle St. Ägidius adventliche Weisen.
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