Beim Bürgerentscheid in Schmidmühlen forderten ihn einige Wähler trotzdem
Abriss stand nicht zur Wahl

Lokales
Schmidmühlen
31.03.2015
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"Abreißen", "Repariert die Straßen" oder auch "Wir lassen uns vom Denkmalschutz nicht bevormunden - Steuergeldverschwendung": Einige Bürger haben zum Fochtnerstadl ihre eigene Meinung. Die taten sie beim Bürgerentscheid am Sonntag auch kund - indem sie sie handschriftlich auf den Abstimmungszetteln vermerkten. Der wurde damit freilich ungültig.

Offiziell stand ein Abriss nämlich nicht zur Wahl. Bürgermeister Peter Braun ist wohl bewusst: Wenn dies als dritte Möglichkeit angeboten worden wäre, hätten sich womöglich ganz andere Mehrheiten ergeben. Doch ein Abbruch des historischen Baus, der unter Denkmalschutz steht, sei nicht möglich. Und selbst wenn er es wäre, wäre man damit unterm Strich wohl nicht günstiger weggekommen als mit einer Notsicherung. Die Bürger-Mehrheit stimmte für die Generalsanierung.

Braun hält das für richtig. Er verweist als gelungenes Beispiel auf den vor rund eineinhalb Jahren hergerichteten Kastler Kulturstadel und darauf, dass von einem solchen Projekt die komplette weitere Ortsentwicklung abhängen könne. Der Schmidmühlener Gemeinderat wollte dazu keine Entscheidung treffen, räumte der Bürgermeister ein - und verwies auf Erfahrungen bei einem anderen Großprojekt: "Es gab schon sehr unterschiedliche Meinungen bei der Hammerschloss-Sanierung."

Deshalb habe man diesmal "die Bürger ins Boot" geholt. Die hätten entschieden, "wir setzen's jetzt um." Das bedeutet laut Braun, dass nun detaillierte Planungen folgen und die Förderung beantragt werden muss. Die Chancen stünden gut, über das Bundesprogramm soziale Stadt 80 Prozent der Kosten bestreiten zu können. Damit läge der Gemeinde-Anteil bei rund 240 000 Euro. Falls es bei den 1 040 000 Euro bleibt, die bislang als Investitionssumme geschätzt wurden, um den Komplex zu sanieren und danach als Veranstaltungsort nutzen zu können.

"Vorsichtig" datiert Braun den Beginn der Generalsanierung auf Anfang 2017, die Fertigstellung dann bis zum Jahresende. Vorausgesetzt, die genauen Planungen lassen die Kosten nicht explodieren. Dies wäre laut Braun wohl ein Grund, das Projekt doch nicht umzusetzen - weil dies nicht mehr dem entspräche, worüber die Bürger entschieden haben.
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