Da singt das ganze Wirtshaus

Adolf und Erika Eichenseer (stehend) brachten Leben in die Wirtsstube: Die Gäste sangen begeistert mit. Bild: pop
Lokales
Schmidmühlen
30.05.2015
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Das Wirtshausliedersingen ist vielerorts Vergangenheit. Doch diese Kultur ist noch nicht ganz verschwunden. In Schmidmühlen wird sie weiter gepflegt.

In der Lauterachtalgemeinde, seit Jahrzehnten besonders kultur- und traditionsbewusst, haben die Wirtshauslieder wieder einen Platz gefunden. Diesmal für einen Nachmittag, vielleicht in Zukunft auch wieder regelmäßig.

Die Senioren im Blick

Ein abwechslungsreiches Programm für die älteren Semester, das haben die Seniorenbeauftragten des Marktes im Auge bei den monatlichen, offenen Treffs beim Lindenhofwirt. Dabei versuchen die Seniorenbeauftragten Christine Werner und Martina De Wille, die diese organisieren, zwischen Vorträgen, juristischer und gesundheitlicher Vorsorge sowie Unterhaltung zu variieren.

Letzteres stand diesmal beim offenen Seniorentreff auf dem Programm: Märchen, gesammelt von Franz Xaver von Schönwerth und vorgetragen von Erika Eichenseer sowie Wirtshauslieder, gesammelt von Adolf Eichenseer und gesungen von allen Teilnehmern.

Beide - Erika und Adolf Eichenseer - boten für einige unterhaltsame Stunden Wirtshauslieder, ebenso deftige Witze und geheimnisvolle, mystische Märchen - eine Mischung, die wirklich passte. Die Akteure gestalteten den Nachmittag mit viel Herzblut. Man merkte, dass sie viel davon in die Heimatforschung investieren.

Ein Heimspiel

Für Adolf Eichenseer, langjähriger Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz und immer noch erfolgreicher Buchautor, war es ein Heimspiel: Seine Wiege stand in der Lauterachtalgemeinde. Natürlich wurde bei diesem Nachmittag nicht nur gesungen und Märchen gelauscht. Die beiden Protagonisten plauderten auch aus ihrem breiten, heimatkundlichen Fundus. In der Vergangenheit war das Singen ein wesentlicher Bestandteil bayerischer Wirtshaus- und Gesellschaftskultur.

Begeistert mitgesungen

Dies hat sich aber im Laufe des letzten Jahrhunderts nachhaltig geändert, was sicher auch an den Ereignissen der beiden Weltkriege liegt. Einer, der diese Wirtshauslieder sammelt, ist Adolf Eichenseer. Und aus diesem Schatz wurde dann in Schmidmühlen fleißig und begeistert gesungen. Für viele ging der Nachmittag viel zu früh zu Ende. Und viele gingen sicher mit der Erkenntnis nach Hause: "Jessas, war's heid im Wirtshaus schee." (Hintergrund)
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