Der Tag der rasenden Esel

Wenn der Esel nicht mag, dann mag er nicht. Diese Erfahrung machten heuer die hohen Favoriten und Dreifachsieger aus Dietldorf.
Lokales
Schmidmühlen
02.08.2015
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Lautes I-aah in der Flutmulde in Schmidmühlen. Es ist klar, was das bedeutet: neues Eselrennen, neues Glück. Den Seriensiegern war es heuer nicht mehr hold.

Die Dietldorfer Feuerwehr hatten in den ersten drei Auflagen des Eselrennens zum Marktfest einen Hattrick geschafft, doch beim vierten Mal hatte die Feuerwehr Schmidmühlen die Nase vorn - und nicht nur die: Der Vorsprung von Esel und Treiber war so groß, dass die beiden es sich erlauben konnten, gemächlichen Schrittes über die Ziellinie zu schreiten.

Nicht alle Tricks wirken

Das Spektakel bot mehrere Runden bockiger Passagen, schnelle Teamsprints und auch harmlose Hinfaller. Das Rennen wurde wieder von der Amberger Zeitung präsentiert. Dicht gedrängt standen die Zuschauer auf der "Eselsbrücke", weil man von dort den besten Blick auf die Kampfbahn hatte. "Das ist die große Kunst des Eseltreibens", bemerkten Bürgermeister Peter Braun und die Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, Eva Eichenseer, in ihren Moderationen, "wenn man die oftmals störrischen Vierbeiner mit allerlei Tricks zackig ins Ziel bringen will."

Dass da manches Eseldoping nicht von der Hand zu weisen war, liegt in der Natur der Sache - der eine Esel mag Gelbe Rüben samt Kraut, andere bevorzugen eine trockene Semmel; einzelne der tierischen Athleten sollen tatsächlich nur mit einem "Eselleckerli" auf Touren gekommen sein. Die Timberwolves von der US-Armee aus Hohenfels hatten als Zaubermittel zur Leistungssteigerung frisch geschnittene Apfelscheiben in der Lederhose. Insgesamt nahmen zehn Teams teil: die Feuerwehr Schmidmühlen, die Jugendfeuerwehr Winbuch, die Feuerwehr Vilshofen, die 1. Kompanie des Logistikbataillon 472 aus der Schweppermannkaserne, zwei US-amerikanische Mannschaften der Timberwolves aus Hohenfels, die Feuerwehr Pilsheim, die Donkey Boys aus Emhof und die Eseltreiber aus Hofstetten.

"Das Pferd der Hoffnung galoppiert, doch der Esel der Erfahrung geht im Schritt", sagt eine alte Lebensweisheit, die den mehr als 500 Zuschauern deutlich vor Augen geführt wurde: Gemächlichen Schrittes kamen die Jungfeuerwehrleute aus Schmidmühlen mit ihrem Esel als Erste ins Ziel. Mit tollen Zwischenspurts hatten Katharina Müller, Philipp Pirzer, Julian Decker und Fabian Simon einen so großen Vorsprung herausgearbeitet, dass sie mit mehreren Eselslängen vor den Timberwolves aus Hohenfels lagen. Übrigens auch eine gute Auffrischung für die Kasse der Jugendfeuerwehr.

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Bildergalerie im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de//eselrennen2015
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