Echter Weihnachtsbote

Akribisch bereiten sich (von links) Ferdinand Holler, Markus Mehringer und Gerald Stauber vom Trachtenverein auf den Nikolausdienst vor. Bild: pop
Lokales
Schmidmühlen
02.12.2015
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Die vier Wochen vor Weihnachten gehören zur emotionalsten Zeit im Jahr. Der Trachtenverein in Schmidmühlen leistet hierzu einen wertvollen Dienst. Ganz ohne Kitsch und Coca-Cola-Weihnachtsmann.

Der Heimat- und Volkstrachtenverein ist in Sachen Traditionspflege, die erste Adresse im Ort - auch im Advent. Der Kathreintanz setzt ein Zeichen, dass die staade Zeit beginnt. Der rührige Verein hält auch die Erinnerung an den heiligen Nikolaus und seine christliche Botschaft am Leben.

Dass die Vorweihnachtszeit zu den schönsten Wochen im Jahr gehört, liegt sicher auch an vier bekannten Heiligen - Martin, Barbara, Lucia und Nikolaus. Ihre Gedenktage werden im November und Dezember gefeiert. Während die drei erstgenannten Heiligen ohne Konkurrenz sind, ist dies beim vierten, dem Nikolaus, anders. Dem Weihnachtsmann Santa Claus wird oft die gleiche Bedeutung zuerkannt. So groß die Unterschiede sind - es gibt doch Parallelen: Der Weihnachtsmann ist wie der Nikolaus ein freundlicher, älterer Herr mit langem, weißen Bart, rot gewandet und auch Santa Claus ist eine Symbolfigur des weihnachtlichen Schenkens, aber auch des Strafens. Er vermischt so die beiden Figuren Nikolaus und Knecht Rupprecht.

Der Nikolausdienst für Familien hat in Schmidmühlen eine jahrzehntelange Tradition. Einst pflegte dies die Kolpingfamilie, nach deren Auflösung übernahm diesen Dienst in den 60er-Jahren der Heimat- und Volkstrachtenverein. Noch heute hängen Nikolausgewänder der Alt-Kolpingsfamilie im Schrank der Trachtler.

Nicht mit roter Zipfelmütze oder als Botschafter von Coca Cola, nicht als voralpenländischer Krampus, und schon gar nicht als Richter und Bestrafer kommen die Trachtler (heuer Ferdinand Holler, Gerald Stauber, Hubert Hummel und Markus Mehringer) als Nikolaus zu den Familien, sondern mit den Insignien eines Bischofs.

"Wir lesen uns die Texte vorher durch, die wir vorlesen sollen", sagt Ferdinand Holler "und wir nehmen uns die Freiheit, manche Sätze wegzulassen. Es wird kein Kind in der Familie bloßgestellt." Mehr oder weniger freiwillig übergibt der Nachwuchs den Schnuller an den Nikolaus. "Das machen wir natürlich mit", erzählt Hubert Hummel. Und der Duzi bleibt dann auch bei ihm - die Rückgabe ist ausgeschlossen.

Sicher wird manchem Kind Fehlverhalten aufgezeigt, aber es wird mehr gelobt als getadelt: Der Nikolaus übernimmt nicht die Rolle eines Erziehers. Seine Darsteller aus den Reihen des Trachtenvereins sind sich einig: Der Nikolaus bringt, wenn er am Samstag zu den Kindern kommt, auch und vor allem die Botschaft des Weihnachtsfestes, von der bevorstehenden Geburt Jesu, mit.
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