Ein Dollar pro Tag reicht nicht

Vor dem Plenarsaal des Berliner Reichstags trafen die Besucher aus Schmidmühlen den Abgeordneten Alois Karl (Fünfter von links). Bild: hfz
Lokales
Schmidmühlen
06.11.2015
1
0

Selbst die Faszination der angesagtesten Metropole Europas konnte das Thema Flüchtlinge nicht aus dem Fokus verdrängen: Eine Gruppe der Schmidmühlener CSU diskutierte darüber mit MdB Alois Karl im Berliner Reichstag.

Die Gäste unter Leitung von Bürgermeister Peter Braun und Ortsvorsitzendem Mathias Huger gaben im Gespräch mit dem Abgeordneten die Stimmung in der Bevölkerung wieder: Die Bürger seien verärgert über das Verhalten von EU-Nachbarländern wie Österreich in der Flüchtlingsfrage, sie forderten schnellere Verfahren sowie eine konsequentere Abschiebung abgelehnter Asylbewerber. Der Einrichtung von Transitzonen an der deutsch-österreichischen Grenze stünden sie aufgeschlossen gegenüber.

Alois Karl hatte erst vor wenigen Tagen als Berichterstatter des Haushaltsausschusses, zuständig für das Außenministerium, Flüchtlingslager in den Nachbarländern Syriens im Libanon und in Jordanien besucht. So konnte er eigene Eindrücke von den Zuständen dort wiedergeben.

Zwar leiste die Bundesrepublik ihren Teil, aber die internationale Gemeinschaft tue oft zu wenig, um den Menschen dort ein würdiges Überleben zu ermöglichen: Ein Dollar pro Tag und Kopf, manchmal noch weniger, reiche nicht. Deshalb habe sich der Flüchtlingsstrom nach Europa in Bewegung gesetzt. Gleich nach dem Gespräch treffe er sich mit Fraktionskollegen, kündigte Karl an - um auszuloten, welche finanzielle Möglichkeiten es gibt, um den Flüchtlingen in ihrer Heimatregion zu helfen. Das Wichtigste sei eine politische Lösung des Konflikts in Syrien.

Hierzulande tragen laut Karl vor allem die Kommunen die Hauptlast des aktuellen Zustroms. Der Bund werde sie nicht im Stich lassen, versicherte er.

Die Asylverfahren würden beschleunigt, die konsequente Abschiebung im Ablehnungsfall sei dann Sache der Länder.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.