Ein kulturelles Vermächtnis

Faszination Herbst und Wild: Die Kinder halten die Eindrücke von der Jagdstrecke auf ihrem Handy fest. Bild: bö
Lokales
Schmidmühlen
23.10.2014
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Am Samstag beginnen die 34. Wildwochen in Schmidmühlen. Mit dem traditionellen Knödelbogen machten die Wirte, Jäger und Vereine schon mal Appetit.

Einen sonnigen Auftakt nahmen die 34. Wildwochen in Schmidmühlen. Heuer zeichnen der Heimat- und Kulturverein mit seiner Vorsitzenden Eva Eichenseer, die heimische Jägerschaft und die beiden Wildwochen-Wirte Altenbuchner und Pfann für die Veranstaltungsreihe verantwortlich. Mit dem Knödelbogen läuteten sie die Festtage ein.

Der Knödelbogen ist ein gesellschaftliches Ereignis. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Gruppe "Bayrisch-Böhmisch-Blech", ein Ableger der Jurablaskapelle aus dem benachbarten Pilsheim. Mehrere hundert Gäste erlebten das Verblasen einer ausgewählten Jagdstrecke mit heimischen Reh-, Rot- und Schwarzwild samt Wildenten als kleinen Einblick in die jagdliche Tradition.

Karl Fochtner als Vertreter der Jägerschaft und Dr. Markus Perpeet vom Bundesforstamt trugen viel Wissenswertes zum Thema "Wild und Jagd" bei. "Unser Wild stammt aus der Region und ist garantiert mit bleifreier Munition waidmännisch gerecht erlegt worden", darauf legt man in Schmidmühlen Wert. "Das ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt das Wild. Waidmännisch jagd, wie sich's gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt", dies seien Worte, die einem Jäger durch das Leben begleiten sollen, sagte Fochtner.

Reinerlös für die Jugend

Den Reinerlös aus dem Wildtopfverkauf stellen die beteiligten Wild-Wirte, die Familien Elfriede und Ewald Altenbuchner vom Goldenen Lamm und Christa und Richard Pfann vom Lindenhof der Jugendarbeit des Skiclubs sowie der Jugendfeuerwehr für die Nachwuchsarbeit zur Verfügung.

Mit dem Knödelbogen soll den Leuten der Mund wässrig gemacht werden für die vielen Wild-Spezialitäten, die in der Zeit vom 25. Oktober bis 15. November auf den Speisekarten der beiden Gasthäuser stehen.

In ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins dankte Eva Eichenseer allen Beteiligten, die zu einem guten Gelingen beitragen. Von den Wirten über die Jäger, das Bundesforstamt, den Männergesangverein, die Jagdhornbläser bis zu den vielen Helfern im Hintergrund: "Sie alle sind Garant dafür, dass dies alles so funktioniert." "Ich freue mich auch darüber, dass die Wild-Wirte und die Jägerschaft die Tradition des Knödelbogens fortsetzten, denn dies ist immer schon das I-Tüpfelchen in der Wildwoche gewesen", machte sie deutlich.

Lob an die Wirte

Ähnlich sah es auch Bürgermeister Peter Braun, der neben den kulinarischen Genüssen das gesellschaftlich Leben und die Tradition in der Marktgemeinde als besonderes kulturelles Vermächtnis der "Gründerväter" der Wildwochen sieht. Lob zollte der Bürgermeister den Wirten, die nun schon seit 34 Jahren Gastgeber sind, "auch wenn sich in der Gastronomie-Szene doch einiges geändert hat".

"Funktionierende und lebendige Gastwirtschaften haben eine zentrale Bedeutung für das Gemeindeleben", betonte er. Dieser herbstliche Event sei für ein Kleinzentrum wie Schmidmühlen ein wichtiger Bestandteil des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens.
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