Ein seltener Einblick

Interessierte hatten die Gelegenheit, sich vor dem Bürgerentscheid am Sonntag, 29. März, ein Bild vom Fochtnerstadl zu machen. Zahlreiche Bürger nutzten diese Möglichkeit. Bild: bö
Lokales
Schmidmühlen
19.03.2015
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Wird der Fochtnerstadl ein echter Bürgerstadl? Über diese Frage befinden die Schmidmühlener am Sonntag, 29. März. Gelegenheit, einen Blick ins Innere des Gebäudes zu werfen, hatten sie schon jetzt.

Beim Ortstermin stiegen Interessierte die enge, knarrende Holztreppe hinauf, um vom abgesicherten Standort einen Blick in die mächtige Balken-Etage des ehemaligen Ökonomiegebäudes zu werfen. Für Bürgermeister Peter Braun ist der Bürgerentscheid eine besondere Sache, da es auch um ein Stück Heimatgeschichte geht, über dessen Fortbestand die Wahlberechtigten abstimmen werden.

Einsturz verhindern

Braun und Architekt Michael Dittmann aus Amberg erläuterten die Geschichte des Fochtnerstadls, dessen Name von den letzten Besitzern des Anwesens übrig geblieben ist. Seit 1990 ist der Markt Schmidmühlen der Eigentümer des Gebäudes. Wegen des Denkmalschutzes ist die Kommune verpflichtet, das Gebäude soweit herzurichten, dass es nicht einstürzt und keine Gefahr für die Bevölkerung darstellt. Möglich sei sowohl eine Notsicherung, als auch eine grundlegende Sanierung mit Nutzungsmöglichkeit.

Treppe zur Galerie

Um den großen Stadl für Veranstaltungen nutzen zu können, müssten die vorhandenen Einbauten im Erdgeschoss zum größten Teil entfernt werden. Da diese einen wesentlichen Teil des Baudenkmals darstellen, verlange das Landesamt für Denkmalpflege, dass die jetzige Raumstruktur des Gebäudes zumindest ablesbar bleibe. Die Besucher erfuhren auch, wie dies erreicht werden soll: Ein etwa drei Meter breiter Streifen der Mauerteile könnte bestehen bleiben und saniert werden.

Dieser Bereich könnte im Erdgeschoss für eine Theke, Garderobe oder ähnliches zur Verfügung stehen, darüber würde sich eine Galerie befinden, die über eine Treppe erschlossen würde. Zusammen mit dem kleinen Stadl würden großzügige Räume geschaffen, die in der Höhe von etwa 5,50 Metern bis zur Balkenlage der Dachstühle reichten. Zwischen den beiden Stadeln würde eine relativ breite Öffnung geschaffen, damit beide Gebäudeteile gemeinsam genutzt werden könnten. Das vorhandene Tor zum Schlosshof hin würde verglast. Eine jetzt vermauerte zweite Tür würde wieder geöffnet und ebenfalls verglast. Ergänzt durch weitere alte und neue Öffnungen, würde der Innenhof insgesamt gut belichtet sein. Die großen Tore könnten in der warmen Jahreszeit offen bleiben, damit sich der Innenraum zum Schlosshof öffne.

Mehrere Varianten

Beim Bürgerentscheid geht es um die Frage, ob der Fochtnerstadl unter Einbeziehung öffentlicher Zuschüsse grundlegend saniert wird, um ihn einer späteren Nutzung zuführen zu können. Eine Notsicherung alleine würde dem Markt etwa 110 000 Euro kosten, eine mit Lagermöglichkeiten etwa 160 000 Euro. Eine grundlegende Sicherung käme auf etwa 890 000 Euro Gesamtkosten bei einem Anteil der Kommune von 180 000 Euro. Eine grundlegende Sanierung, bei der der Stadel einen saalähnlichen Charakter erhalten würde, würde 1 040 000 Euro kosten, der Anteil des Marktes läge dann bei etwa 200 000 bis 240 000 Euro.
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