Erntedank auf Waidmanns-Art

Teile einer traditionellen Jagdstrecke bildeten den feierlichen Einzug der Jägerschaft von Schmidmühlen zur Hubertsmesse in der Pfarrkriche St. Ägidius. Bild: bö
Lokales
Schmidmühlen
25.10.2015
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Erlegtes Wild in einer Kirche. Was auf den ersten Blick irritierend erscheint, symbolisiert durchaus das Wesen von Schöpfung.

(bö) Mit der Darbringung einer Jagdstrecke der örtlichen Waidmänner zog am Samstag auch ein Stück Natur in die Pfarrkirche St. Ägidius ein. "Es sind freilich nur Spuren, die wir von der Herrlichkeit der schönen Schöpfung aus der Natur in diesen Tagen erahnen können", merkte Pfarrer Werner Sulzer eingangs an. Auch sein evangelischer Kollegen Klaus Eberius aus Rieden hatte sich eingefunden.

Festliche Jagdhornklänge der Burglengenfelder Bläsergruppe begleiteten den Weg der Waidmänner zum Altar. "Wer die Welt betrachtet, den erfüllt ein großes Staunen, eine große Ehrfurcht vor der Natur, die ihn lehren mit großer Vorsicht und Behutsamkeit damit umzugehen", merkte Pfarrer Werner Sulzer weiter an. Die Welt und mithin die Schöpfung und die Natur seien ein ganz besonderes Geschenk für die Menschen.

Doch für manche sei die Welt nichts anderes als pure Materie, der man sich beliebig bedienen könne. Die Frage, ob ein tiefer Sinn zugrunde liege, stelle sich diesen Menschen nicht. Dieser Haltung habe jüngst Papst Franziskus, das Lehrschreiben Laudato si bewusst entgegengesetzt. Es nehme Bezug auf den Sonnengesang des Heiligen Franz von Assisi und formuliere quasi eine christlich-ökologische Sichtweise. Sulzer: "Für einen Glaubenden ist die Welt Schöpfung, der ein Plan Gottes zugrunde liegt, beseelte Schöpfung." Wer die Welt so betrachte, für den werde jedes einzelne Lebewesen bedeutsam und wertvoll und zwar unabhängig vom menschlichen Nutzen.

Die Hubertusmesse ist zugleich aus das Jahresamt des Heimat- und Kulturvereins Schmidmühlen für seine verstorbenen Mitglieder. Umrahmt haben den Gottesdienst die Jagdhornbläsergruppe aus Burgengenfeld unter der Leitung von Ilona Rothballer und der Männergesangverein Liederkranz unter der Leitung von Johann Bruckmüller. Ein Konzert vor der Pfarrkirche mit Jagdsignalen und passenden Beiträgen des Männergesangverein Liederkranz rundete den festlichen Auftakt der Wildwochen und der Hubertusmesse ab.
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