Geburtshilfe für die Bachforelle

Der Fischereiverein Schmidmühlen leistet seit einiger Zeit regelmäßig im Winter professionelle Hilfe für die Vermehrung der Bachforellen in der Lauterach. Er hat mit Gitterkäfigen und Laichboxen das richtige Equipment dazu. Bilder: pop (2)
Lokales
Schmidmühlen
03.01.2015
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Die Lauterach ist für ihre großen Forellen bekannt. Doch ganz ohne menschliches Zutun wäre der Besatz im Bach nicht so gut. Der Fischereiverein Schmid- mühlen hat sich jetzt wieder als Geburtshelfer für einen bunten Bestand betätigt.

Auch wenn der Winter für die Mitglieder eher ruhige Monate bringt, ruht die Arbeit in dieser Zeit nicht ganz. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren haben die Aktiven erneut Bachforelleneier im sogenannten Augenpunktstadium in der Lauterach ausgebracht, um eine möglichst naturnahe Reproduktion dieser Art zu gewährleisten.

Zu den jährlichen Besatzmaßnahmen mit weniger bekannten Arten wie Barbe oder Nase hatte der Verein bereits im November mit einjährigen Rutten seine Bemühungen fortgesetzt, den in der Region bedrohten Fischarten ein Überleben zu ermöglichen, informierte Vorsitzender Josef Deml vor Ort. Aufgrund sehr guter Erfahrungen der Vergangenheit wurden nun nach seiner Auskunft wieder 25 000 Bachforelleneier an verschiedenen Stellen in die Lauterach eingesetzt. Das geschah in den bewährten Brutboxen von Whitlock-Vibert, die wiederum in stabilen Gitterkäfigen innerhalb einer Steinpackung sitzen. In nächster Zeit müssen die Käfige regelmäßig kontrolliert und vom Schlamm gereinigt werden.

Von 25 000 überleben 500

Wenn alles klappt, sollten die ersten Larven Laut Deml bereits in diesem Monat schlüpfen. Erst nachdem sie den Dottersack für ihre Ernährung verlassen haben, könnten die schlanken Fischchen die Kästen durch die Schlitze in der Box verlassen und müssten selbstständig Nahrung suchen. Am Anfang fressen sie tierisches Plankton, erläuterte Deml, das sind zum Beispiel einzellige Pantoffeltierchen, die bei den nicht zu kalten Wassertemperaturen der Lauterach (8 bis 10 Grad, auch zu dieser Jahreszeit) ausreichend vorhanden sind. Mitte Januar sollten dann alle Fische die Käfige verlassen haben.

Natürlich bleibt davon über die nächsten Jahre nur ein Bruchteil übrig, der bis ins fangfähige Alter wachsen kann, erklärte der Vorsitzende. Diese Auslese sei dann allerdings besonders gut an die Verhältnisse im Gewässer angepasst. Bis ins Frühjahr hinein würde sie sich zu kleinen Brütlingen entwickeln, die dann bei genauem Hinsehen schon im Flachwasser beobachtet werden können. Wenn man von der üblichen angenommenen Überlebensrate von etwa einem bis zwei Prozent ausgeht, bleiben von den 25 000 Eiern um die 500, dem Lebensraum bestens angepasste Fische übrig, so Deml.

Ökologisch wertvoll

Für seinen Verein ist es nach seinen Worten schon immer großes Ziel gewesen, ökologische Arbeit am Gewässer zu leisten. Gerade die Lauterach sei dahingehend sehr wertvoll, gilt sie doch als "Urbild" eines Oberpfälzer Jurabachs - noch weitgehend unberührt und hochwertig an Salmoniden. Was das aktuelle Projekt betrifft, könnten ein plötzlich auftretendes Hochwasser mit viel Schmutz, sehr starke Regenfälle oder auch eine heftige Schneeschmelze seinen Erfolg gefährden.
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