Heimatpfleger Schmaußer über November-Brauchtum
Spitzel an Allerseelen

Josef Schmaußer band die ehemaligen Bürgermeister-Stellvertreter Paul Böhm (links) und Karl Fochtner (Dritter von links) sowie Seniorenbeauftragte Christine Werner (Mitte) in den Vortrag aktiv mit ein. Bild: pop
Lokales
Schmidmühlen
29.11.2014
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Mittlerweile fest etabliert ist der monatliche Seniorentreff des Marktes Schmidmühlen. Dies zeigt sich immer wieder am guten Besuch der einzelnen Veranstaltungen, so auch dieses Mal, als 40 Frauen und Männer gekommen waren. Vorbereitet wurde dieses Treffen von Seniorenbeauftragter Christine Werner. Sie hatte Heimatpfleger Josef Schmaußer aus Hohenkemnath eingeladen, der über das Brauchtum zwischen Allerheiligen und dem Beginn des Advents referierte.

"Wenn im Herbst scheinbar die Natur abstirbt und eine ruhigere Zeit anbricht, dann gedenken auch wir Christen unserer lieben Verstorbenen!", eröffnete Schmaußer sein Referat. An Allerseelen beschenkte man früher sozial Schwächere und Kinder mit einem Allerheiligen-Spitzel. Die Beschenkten dankten mit "Vergelt's Gott!" und dem Zusatz "für die Armen Seelen". Allein auf diesen Satz kam es in einer Zeit, als die Religion noch in den Alltag integriert war, an. "Arme Seelen-Marterln", Schmaußer zeigte Beispiele, forderten früher und heute die Vorbeigehenden auf, für die "Arme Seele im Fegefeuer" zu beten. Der Heimatkundler erinnerte an viele Rituale, Bräuche und Sprüche um das Sterben. War zum Beispiel ein Bauer verstorben, wurde, bevor der Sarg aus dem Haus getragen wurde, das Vieh im Stall aufgetrieben.

Mit "Übers Sterben reden, is nu lang niert gstorben" führte der Referent in das zweite Thema des Abends, die Namenstage im November, über. "St. Martin setzt sich schon mit Dank, zum warmen Ofen auf die Bank!" "St. Martin ist ein harter Mann, für den, der nicht bezahlen kann!" In der heutigen Zeit kann der zweite Spruch von vielen jüngeren Menschen kaum mehr gedeutet werden. Der Martinstag war einst ein wichtiger Zins- und Abgabetag.

Für musikalische Akzente sorgten Anna Braun und Ilona Reheis.
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