Imker warnen vor neuem Parasit

Wenn das Interesse so groß ist, dann kümmert sich Vorsitzender Josef Fleischmann natürlich auch selbst gerne um die Neuimker. Die Aktion "Imkern auf Probe" hat nach seiner Auskunft sehr zur Nachfrage nach diesem Hobby beigetragen, das neben der eigenen Freude auch aktiven Naturschutz vermittelt. Bild: pop
Lokales
Schmidmühlen
06.06.2015
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Lange sah es nicht gut aus um den Imkerverein. Aber seit drei Jahren ist ein beispielloser Aufwärtstrend zu verzeichnen, da wimmelt es fast schon vor neuen Mitgliedern und Nachwuchs wie im Bienenschwarm. Vor allem heuer zeigt sich laut Verein deutlich, dass dies "kein Strohfeuer ist".

Vorsitzender Josef Fleischmann hat mit seinem Führungsteam die Existenzängste der Vergangenheit abgewendet und die Naturfreunde wieder auf Erfolgskurs gebracht. Behilflich war und ist dabei die Aktion "Imkern auf Probe". Aber den Imkern - nicht nur in Schmidmühlen - droht neues Ungemach. Der sogenannte kleine Beutekäfer, ein Bienenparasit, tauchte im vergangenen Jahr erstmals in Italien auf. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er Bayern erreicht. Die Imker in Schmidmühlen treffen nun erste Maßnahmen.

Acht Neue "auf Probe"

An der Aktion "Imkern auf Probe" nehmen heuer acht neue Leute - drei Frauen und fünf Männer - teil. Sie stammen aus der Marktgemeinde und der Umgebung. Es war nicht leicht, so Josef Fleischmann bei einem Praxistag mit dem "Nachwuchs", Völker zu erwerben, da die Züchter größere Winterverluste erwartet hatten. Dem sei in der nördlichen Oberpfalz wohl auch so gewesen, aber den Imkern der Lauterachtalgemeinde blieb dieses Schicksal erspart. Der Verein hatte nach Auskunft des Vorsitzenden sehr wenig Verluste und auch den 2014 neu eingestiegenen Imkern konnten bis auf eines die Völker übergeben werden (ein Jahr werden sie gemeinsam durch Jungimker und "Paten" betreut, anschließend gehen sie in die Eigenverantwortung des Nachwuchs' über).

Schuld an den Verlusten war wohl die Varroamilbe, informierte Fleischmann. Sie konnte sich nach seinen Worten durch den sehr milden Winter 2013/2014 im vergangenen Sommer gut entwickeln und hat den Völkern in der zurückliegenden kalten Jahreszeit zugesetzt. Vor diesem Hintergrund komme eine angekündigte Spende der Raiffeisenbank Unteres Vilstal Schmidmühlen gerade recht.

Ein Höhepunkt in der Imkerausbildung ist die geplante Königinnenzucht. Dabei sollen Königinnen für den Aufbau von Vereinsvölkern und die Bildung von sogenannten Ablegern für die einzelnen Imker gezogen werden. Diese Aktion leitet das erfahrene Mitglied Thomas Müller, der den Aktiven im zweiten Jahr hilft, ihr Wissen zu vertiefen. "Damit wird der Verein unabhängiger vom Erwerb von Völkern und so kann man auch das Einschleppen von Schädlingen bei Zukäufen vermeiden", erläutert eine Presseinformation.

Mit Eigenzucht reagieren

An erster Stelle nennt sie den kleinen Beutekäfer, der derzeit auf dem Vormarsch ist. Mit der Eigenzucht von Bienenvölkern hoffen die Imker, diesen Parasiten von Schmidmühlen fern halten zu können. "Vom Honig bis zur Brut ist nichts vor diesem Schädling sicher", warnt der Verein, die Verbände hätten derzeit große Sorge, dass der Käfer es auch bis nach Deutschland schaffen könnte.
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