Keine voreiligen Schlüsse ziehen

So sieht es aus, wenn ein "relativ normales Hochwasser" (im Bild eine Situation im Januar 2011) im Vilstal für Überschwemmungen sorgt. Auch wenn das letzte große Hochwasser 1909 war und somit schon mehr als 100 Jahre zurückliegt, muss man für den Fall eines solchen Szenarios gewappnet sein. Bild: sam
Lokales
Schmidmühlen
14.01.2015
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Von den ganz großen Hochwasserkatastrophen - wie zuletzt im Februar 1909 - ist das Vilstal seit einem Jahrhundert verschont geblieben. Doch daraus sollten keine voreiligen Schlüsse gezogen werden, warnen Experten.

Zahlreiche Ereignisse weltweit zeigten, dass die Elemente überall und jederzeit erbarmungslos zuschlagen können. Deshalb hat die Europäische Union mit einer als "Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie" bezeichneten Vorschrift reagiert. Diese wird seit einiger Zeit von den Verwaltungen vollzogen. Im Sitzungssaal des Riedener Rathauses gab es dazu ein ausführliches Fachstellengespräch, an dem Vertreter der Märkte Rieden und Schmidmühlen, des Wasserwirtschaftsamtes Weiden, des Landratsamtes Amberg-Sulzbach und der örtlichen Feuerwehren teilnahmen.

Anhand von Wassertiefen-Plänen für ein 100-jährliches Hochwasser (sogenanntes HQ100) und ein Extremhochwasser (etwa HQ1000) mussten die betroffenen Gebiete überprüft und Objekte mit besonderer Gefährdung festgehalten und bewertet werden. Dass es davon im unteren Vilstal eine ganze Reihe gibt, sei den Fachleuten beim Abarbeiten der Strecke von Rieden bis zur Landkreisgrenze bewusst geworden. Größere bebaute Bereiche im Ortskern von Rieden, in Vilshofen, Harschhof und Emhof, auch Gewerbe- und landwirtschaftliche und natürlich ebenso die öffentlichen Einrichtungen mussten bewertet werden, hieß es bei dem Fachgespräch.

Eine Besonderheit sei die bei einem großen Hochwasser stets auftretende Unterbrechung der innerörtlichen Verbindungen und der Staatsstraße 2165. Konsequenz sei, dass die Verkehrsteilnehmer vielfach sehr umständliche Umwege - teils über Feldwege - in Kauf nehmen müssten. Auch Infrastruktur-Einrichtungen wie Trafoanlagen, Abwassernetz oder Wasserschutzgebiete (weniger die Trinkwasserbrunnen selbst) sind berührt. Es gab durchaus einige Überraschungen und Erkenntnisse insbesondere bei den errechneten Ausuferungen eines Extremhochwassers, welches bisher ja nicht der Bewertungsmaßstab war.

Laut Aussage von Peter Fröhlich, Projektleiter am Wasserwirtschaftsamt, sind die Hochwasserschutzeinrichtungen in Schmidmühlen bei "HQextrem" über die Staatsstraße 2135 umläufig und daher ohne Gegenmaßnahmen nicht mehr voll wirksam. Umso sinnvoller sei es, sich dieser möglichen Gefährdung auch bewusst zu werden. (Hintergrund)
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