Kinder basteln Wachsstöckl - Fast vergessener Brauch
Licht für Allerseelen

Kleine Kunstwerke wie dieses entstanden im Wachsstöckl-Kurs.
Lokales
Schmidmühlen
02.11.2015
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Zum zweiten Mal hatten der Trachten- und der Kulturverein zu einem Bastelkurs für Wachsstöckl eingeladen. Diesmal, kurz vor dem Allerseelentag, waren die Kinder an der Reihe. Durch die Terminwahl, Ende Oktober, sollte auch der Bezug zu den Allerseelenschiffchen hergestellt werden. Diese werden heute Abend wieder in die Lauterach gesetzt.

Im vergangenen Jahr wurde die Idee geboren, den Wachstöckln, inzwischen eigentlich schon fast vergessen, in einem Kurs zu neuer Aufmerksamkeit zu verhelfen. In der Reihe der Wirtshausgespräche der Volkshochschule Amberg-Sulzbach hatte Eva Eichenseer, die Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, den Brauch der Allerseelenschiffchen vorgestellt.

Auf kleine Boote gesetzt

Auf kleine, selbst gebaute Boote, ursprünglich Baumrinde, setzten die Kinder am Allerseelentag ihre Wachsstöckeln und ließen diese auf der Lauterach treiben. Den Anstoß dazu gab Ortsheimatpfleger Michael Koller. Er erzählte, wie es damals war, als die Kinder ihre Wachsstöckln nach dem Allerseelenrosenkranz in der Friedhofkirche auf Rinden oder Holzbretter im Fluss schwimmen ließen. Der heutige Ortsheimatpfleger Josef Popp möchte diese Tradition erhalten. Auch wenn es heuer zum Basteln weniger Anmeldungen als zuvor gab - die Kunstwerke, die dabei entstanden, waren die Mühe wert.

Viele Handgriffe nötig

Viele Handgriffe sind nötig, bis so ein Wachsstöckl fertig ist. Zunächst strichen die Kinder einen Holzblock mit Klebewachs ein, erwärmten eine Wachsschnur und wickelten sie dann um den Klotz. Schließlich mussten die Teilnehmer noch den Goldschnitt und Verzierungen anbringen - natürlich nur mit religiösen Motiven. Eine gelungene Veranstaltung, darin waren sich am Ende alle einig. Im Januar soll es auch einen Kurs für Erwachsene geben.
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