Kuriositäten beim Lauterachpokal-Turnier - Verbot wegen Maul- und Klauenseuche
Kuhfladenbingo im Fernsehen

Das Bild zeigt die Mannschaft des SV Schmidmühlen bei der Siegerehrung des ersten Lauterachpokalturniers 1965: von links Weigert Erich, Hammer Erich, Scheuerer Karl, Steinbauer Hubert, Hierl Georg, Geißbauer Gerhard, Wein Josef, Knauer Hans, Rubenbauer Hans, Kiunke Dietmar, Sperlich Norbert. Im Hintergrund Weigert Georg und Fleischmann Hubert.
Lokales
Schmidmühlen
02.07.2015
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Bis 2004 führte der ehemalige Vorsitzende des TuS Kastl, Franz Jarosch, akribisch Statistik zum Lauterachpokal-Turnier. Erstmals fand das Turnier 1965 in Kastl statt, wo Schmidmühlen als Gesamtsieger die Heimreise antrat. In den folgenden 40 Jahren gewann Schmidmühlen 21 Mal den Titel, gefolgt von Lauterhofen (9 Siege), dem TuS Hohenburg (5 Siege) und dem TuS Kastl (3 Siege).

In den vergangenen Jahren holte Kastl aber mächtig auf, genaue Zahlen wurden aber nicht mehr erfasst. Die Austragungsorte wechselten jährlich konstant nach dem Rhythmus Kastl, Hohenburg, Lauterhofen und Schmidmühlen. Seit gut 10 Jahren ist immer der aktuelle Landrat des Landkreises Schirmherr des Turniers. Heuer wird ihn in Schmidmühlen Kastls Bürgermeister Stefan Braun vertreten.

Im Jahr 1972 gab es in Schmidmühlen eine bislang nie wieder eingetretene Konstellation: Alle 4 Spiele endeten Unentschieden und mussten in die Verlängerung. Am Ende siegte Lauterhofen vor Hohenburg, Schmidmühlen und Kastl

Im Jahr 2000 gab es die meisten Zuschauer, die je ein Turnier besucht haben. Hauptgrund waren aber nicht die Spiele am Sportgelände in Schmidmühlen, sondern die im Anschluss durchgeführte Aktion, die man "Kuhfladenbingo" nannte. Erwin Graf, damals 2. Vorsitzender, und Peter Fochtner, der derzeitig 1. Vorsitzende, hatten die Idee in einer Sportzeitung aufgeschnappt. Noch nie hatte es so etwas in Deutschland gegeben.

Einfach gesagt, wurde ein komplettes Spielfeld schachbrettartig eingeteilt und mit Nummern und Buchstaben versehen. 2584 Felder der Größe 1,5 x 1,5 Meter standen zum Kauf zur Verfügung. Ein Feld kostete 10 Mark, die Gewinnsumme betrug 10 000 Mark. Die jeweiligen Felder konnte man vorab unter anderem über das Internet erwerben. Zur damaligen Zeit ein äußerst außergewöhnliches System des Verkaufs. Rund 2000 Felder wurden verkauft, unter anderem bis nach Pakistan.

Am Ende gewann der Mariano Pellecchia, der Sohn des damaligen Pizzeria-Inhabers in Rieden, den Hauptpreis. Er musste den zahlreichen Fernsehteams Rede und Antwort stehen. Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, die hohe Wogen geschlagen hat.

Der Schriftverkehr zur Veranstaltung füllt einen ganzen Ordner. Unter anderem musste die Regierung der Oberpfalz beteiligt werden, welche in einen Bescheid vom 25.04.2000 aufgrund §§ 1 und 2 der Lotterieverordnung vom 06.03.1937 die Veranstaltung unter Auflagen genehmigte. Angestoßen durch die Veranstaltung trat der Fernsehsender TVA aus Regensburg an den SV Schmidmühlen heran. Nach mehreren Treffen stand fest, dass der SV Schmidmühlen beim Regensburger Altstadtfest am 30.06. und 01.07.2001 das Kuhfladenbingo auf der Jahninsel anbieten sollte. Der Vertrag hierzu war bereits unterzeichnet.

Aber dann machte aber die damals kursierende Maul-und Klauenseuche wenige Wochen vor der Veranstaltung alle Planungen zu Nichte. Am 21.02.2001 trat diese erstmals in England auf und die EU leitete umfassende Maßnahmen ein. Unter anderem wurden öffentliche zur Schaustellungen von Rindern untersagt. Damit viel auch das "Kuhfladenbingo" unter dieses Verbot. Am 17.01.2002 erklärte die EU die Seuche als ausgemerzt. Zu einer Infektion in Deutschland war es nicht gekommen.
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