Neue Valentinaden à la Loriot zum Auftakt der Wildwochen in Schmidmühlen ernten viel Applaus
Abend voller Lacher, Lieder, Leidenschaft

Schauspielerin Andrea Fincke-Karl und Komödiant Stephan Karl wagten sich an ganz große Vorbilder heran - und drückten die Sketche von Karl Valentin und Loriot doch ihren ganz eigenen Stempel auf. Bild: pop
Lokales
Schmidmühlen
31.10.2015
4
0
Einen kulturellen Farbtupfer gab es im Programm im Gasthaus Altenbuchner. Vier Jahre ist es her, dass die Schauspielerin Andrea Fincke-Karl und der Komödiant Stephan Karl (genau wie Valentin und Karlstadt trotz des gemeinsamen "Karls" nicht verwandt) ihr fulminantes Programm Valentinaden à la Loriot und andere sprüchliche Ungereimtheiten präsentiert haben. Nun haben die beiden einen weiteren Abend mit Sketchen von Karl Valentin und Loriot konzipiert.

Nach der gelungenen Premiere in seinem Heimatort Kallmünz präsentierte das Duo nun zum Auftakt der Wildwochen im Gasthaus Goldenes Lamm auch in Schmidmühlen seine Valentinaden à la Loriot die Zweite - einen Abend voller Lacher, Lieder und Leidenschaft.

Man hätte ihn auch unter das Motto Szenen einer Ehe stellen können. Das hätte es aber bei den 100-prozentigen Schauspielern nicht 100-prozentig getroffen. Miteinander aneinander vorbeireden - das passt schon besser. Valentin und Loriot, zwei Perfektionisten, die es bestens verstanden, mit Wortwitz viel und zugleich nichts zu sagen, sich mit ihrem Gegenüber zu unterhalten, ohne es richtig wahrzunehmen.

Keine Angst vorm Vorbild

Ergänzt mit passenden Liedern und Couplets griffen Andrea Fincke-Karl und Stephan Karl gerade die berüchtigtste Form des Zusammenlebens - die Beziehung von Mann und Frau - im Sinne der beiden großen Humoristen komödiantisch auf. Es ist immer ein gewisses schauspielerisches Risiko, sich an die Klassiker von Loriot oder Karl Valentin heranzuwagen - immerhin sind die Originale vielen Zuschauern höchst präsent.

Nicht nur imitiert

Die beiden Künstler gaben den Sketchen aber eine eigene Note, hauchten ihnen Leben ein, ohne dass es gekünstelt oder nur imitiert wirkte. Gekonnt setzten sie Mimik und Gestik ein, interpretierten die Rollen auf ihre eigene Weise, glaubwürdig und authentisch. Beide ergänzten sich famos, setzten sich aber auch einzeln gut in Szene, ohne sich gegenseitig die Schau zu stehlen - ein perfekt eingespieltes Team.

Mit einem vom Publikum dankbar angenommenen spartanischen Bühnenbild blieb das Augenmerk auf der schauspielerischen Leistung: Die war bemerkenswert und verdient Respekt. Sicher wäre es gerade Karl Valentin nicht recht, wenn seine Volksstücke, Gedichte und andere Weisheiten in Regalen verstauben würden. Natürlich durfte auch altes Liedgut nicht fehlen.

Das Publikum ließ sich gerne auf die beiden Künstler ein und quittierte die Darbietungen mit viel Applaus.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.