Notsicherung oder Sanierung

Löchrig wie ein Schweizer Käse ist das Dach mittlerweile geworden. Egal wie das Bürgervotum ausgeht, es besteht Handlungsbedarf. Bild: hmx
Lokales
Schmidmühlen
23.02.2015
2
0

Zum ersten Bürgerentscheid in der Geschichte des Marktes Schmidmühlen sind die Bürger am Sonntag, 29. März, von 10 bis 18 Uhr aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Es geht um den Fochtnerstadl - ob eine Notsicherung oder eine Sanierung erfolgen soll.

Wie es bei der Sitzung des Marktgemeinderates hieß, werden Wahllokale in der Erasmus-Grasser-Grundschule und im Gasthaus Bauer in Emhof eingerichtet. Ein Informationsblatt zum Bürgerentscheid soll die Entscheidungshilfe erleichtern. Dieses soll allen Wahlberechtigten mit der Wahlbenachrichtigung zugestellt werden.

Bürgerversammlungen zum Bürgerentscheid sind ebenfalls vorgesehen: am Donnerstag, 5. März, um 19 Uhr im Gasthof Lindenhof und am Montag, 9. März, um 19 Uhr im Gasthaus Lautenschlager in Eglsee. Ein öffentlicher Ortstermin ist laut Bürgermeister Peter Braun am Samstag, 14. März, von 13 bis 15 Uhr angesetzt, dabei sind auch Vertreter des Ingenieurbüros anwesend.

Unumgängliche Maßnahme

"Sind Sie dafür, dass der Fochtnerstadl unter Einbeziehung öffentlicher Zuschüsse grundlegend saniert wird, um ihn einer späteren Nutzung, zum Beispiel für kulturelle Zwecke, zuführen zu können?", lautet die Fragestellung auf dem Stimmzettel. Entschieden wird somit, ob eine Notsicherung oder eine grundlegende Sanierung erfolgen soll. Egal, wie das Votum ausgeht: Um eine Notsicherung werde man nicht herumkommen. In diesem Fall würden nur die unumgänglichen Maßnahmen ergriffen, damit das denkmalgeschützte Gebäude nicht einstürzen kann. Eine Nutzung wäre in diesem Fall nicht möglich, an Kosten würden auf die Gemeinde Schmidmühlen etwa 110 000 Euro zukommen.

Weitere 50 000 Euro müssten ausgegeben werden, wenn zumindest Teile des Erdgeschosses für Lagerzwecke herrichtet werden sollten. Dann würden zusätzliche Abstützungen der Zerrbalkenlage des Daches erforderlich. Ob das Denkmalamt dieser Teilentkernung ohne umfassende Sanierung zustimmen würde, sei fraglich, hieß es im Marktrat.

Fördermöglichkeit besteht

Für eine grundlegenden Sanierung wäre der Kostenrahmen deutlich höher - je nach Wünschen, die realisiert werden sollen. Für diese Planung wurden Gesamtkosten von etwa 890 000 Euro geschätzt. Aufgrund der Erfahrungen bei vergleichbaren Bauten sei davon auszugehen, dass öffentliche Zuschüsse wie vom Landesamt für Denkmalpflege, Städtebauförderung und Bezirk, in Höhe von 80 Prozent der Baukosten fließen könnten. Betont wurde bei der Sitzung, dass zum jetzigen Zeitpunkt "keine verbindlichen Zuschussbewilligungen bei der Verwaltung vorliegen". Es hätten lediglich Vorgespräche mit den großen Zuschussgebern stattgefunden. Dabei sei grundsätzlich die Fördermöglichkeiten versichert worden. Der vom Markt Schmidmühlen effektiv aufzubringende Kostenanteil würde bei einer Förderhöhe von 80 Prozent bei etwa 180 000 Euro liegen.

Eine WC-Anlage und die Möglichkeit der temporären Heizung sei in den 890 000 Euro nicht enthalten, hieß es weiter. Falls dies gewünscht werde, müssten zusätzlich rund 150 000 Euro veranschlagt werden. Bei Gesamtkosten von dann 1 040 000 Euro müsste die Kommune etwa 210 000 Euro veranschlagen. Zusammen mit einer Einrichtung des Fochtnerstadls käme man auf einen Eigenteil von etwa 200 000 bis 240 000 Euro, je nach Ausstattung. Das Landesamt für Denkmalpflege habe signalisiert, dass es einer solchen Lösung zustimmen würde. Mittelfristig würden auch die Freiflächen zwischen Stadl, Lauterach und Mühlbach in eine Gesamtgestaltung einbezogen werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.