Offizieller Auftakt ist am Samstag mit Hubertusmesse
Knödelbogen wirbt für Wildwochen

Den von den beteiligten Wirten gestifteten Wildtopf konnten deren Stammvereine - die Jugendfeuerwehr (Foto) für den Lindenhof und der Skiclub für das Gasthaus Altenbuchner - zugunsten ihrer Clubkassen verkaufen.
Lokales
Schmidmühlen
20.10.2015
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Wildstreckenlegung und Knödelbogen haben den Countdown zu den 35. Wildspezialitätenwochen in Schmidmühlen eingeläutet: Trotz des trüben Wetters kamen zahlreiche Gäste in den Innenhof des Hammerschlosses, um sich auf die Schmankerlwochen einstimmen zu lassen.

Bis zum offiziellen Start dauert es nicht mehr lang: Eröffnung ist am Samstag, 24. Oktober, mit der Hubertusmesse in der Pfarrkirche St. Ägidius. Danach kann man drei Wochen regionale Wildspezialitäten in der Lauterachtal-Gemeinde genießen.

Es ist in Schmidmühlen Tradition, dass die Jäger zusammen mit den Wildwirten zu einem gemeinsamen Treibjagdausklang und zu einem Knödelbogen einladen. Letzterer ist nach den Worten von Eva Eichenseer, der Vorsitzenden des Kulturvereins, eine echte Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens im Ort.

Das sieht auch Bürgermeister Peter Braun so. Mit Blick auf 35 Jahre Wildwochen in Schmidmühlen hob er hervor, dass diese in dieser langen Zeit kein Selbstläufer seien, sondern dass dahinter auch viel Herzblut stecke. Die Wildwochen seien das kulinarische Aushängeschild Schmidmühlens.

Stellvertretender Landrat Franz Birkl gratulierte zu diesem kleinen Jubiläum und würdigte die Tatsache, dass hier die Jägerschaft der Region eingebunden ist. Für ihn gehören Wald und Wild zur Heimat. Dem schloss sich auch Jagdpächter Karl Fochtner an, der die Wildstrecke erklärte.

Die Jagd war und ist laut Fochtner oft verpönt und stehe immer wieder einmal in der öffentlichen Kritik - doch ohne sie gehe es nicht. Denn es fehlten die natürlichen Feinde des Wilds wie Wolf oder Bär. In einer durchgestylten Landschaft mit immer weiter schrumpfenden Naturräumen müsse der Jäger den Tierbestand und damit das ökologische Gleichgewicht regulieren.

Mit dem Jagdrecht sei aber auch die Pflicht zur Hege verbunden, betonte Fochtner: Alleine mit dem Ansitzen auf einem Hochsitz sei es noch lange nicht getan. Vielmehr seien der Pächter und seine Jäger quasi "rund um die Uhr" im Revier unterwegs. Sie seien in vielfacher Weise gefordert, sich für die dortige Wildpopulation einzusetzen. Artenvielfalt und gesunde Wildtiere gibt es laut Fochtner nur, wenn das Gleichgewicht in Wald und Flur stimmt: Dafür setzten sich die Jäger ein. In Schmidmühlen haben nach seinen Worten Jäger, Forstleute und Gastwirte noch ein hohes Ansehen - und die Tradition der Jagd werde hoch gehalten. "Geht es dem Wild gut?": Mit dieser Frage ging Forstdirektor Dr. Markus Perpeet auch auf die ethische Dimension der Jagd ein. "Dem Wild geht es gut", betonte er. Es gebe Schonzeiten, die strikt eingehalten werden. Im Truppenübungsplatz Hohenfels beispielsweise werde nur in "kleinen Zeitfenstern" gejagt. Nach wie vor sei Wild eines der gesündesten Lebensmittel, das man ohne schlechtes Gewissen genießen dürfe.
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