Schmidmühlen ersteht geschnitzte Frauenfigur, die bestens zu Moriskentänzern passt
Diese Maid gehört ins Rathaus

Die schöne Maid ist angekommen: Bürgermeister Peter Braun (Zweiter von rechts) freut sich über die Figur, die Elke Lilienthal (Zweite von links) durch Vermittlung von Ute (links) und Gottfried Baur (rechts) aus Kallmünz der Marktgemeinde überlassen hat. Bild: pop
Lokales
Schmidmühlen
22.09.2015
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Die "schöne Maid" ist im Rathaus von Schmidmühlen angekommen. Damit hatte eigentlich keiner gerechnet. Doch dann schlug Bürgermeister Peter Braun zu, als ihm die Dame angeboten wurde: Als er sie zum ersten Mal sah, war ihm sofort klar, dass diese Maid ins Rathaus der Lauterachtalgemeinde gehört.

Erasmus Grasser ist nicht nur in Schmidmühlen, sondern vor allem auch in München als begnadeter Bildhauer und Baumeister bekannt. Er hat die Moriskentänzer geschnitzt, die sich im Original im Münchner Stadtmuseum befinden und selbst aus Sicht der Landeshauptstadt zu deren wertvollsten Kunstschätzen zählen. Vermutlich hat Grasser aber nicht nur die erhalten gebliebenen Morisken-Figuren, sondern auch eine Maid geschnitzt: Denn um eben diese buhlen ja die Tänzer.

Schon in der Ära des verstorbenen Altbürgermeisters Max Michl wurde der Erasmus-Grasser-Brunnen vor dem Rathaus angefertigt. Ihn ziert eine Figur, der Jüngling. Dieses Rohmodell hat Ende der 70er-Jahre der Oberammergauer Bildhauer Hans Klucker geschaffen. Ihn trafen Anfang der 90er-Jahre die Eheleute Dierk und Elke Lilienthal aus Itzehoe auf einer Kur. Klucker erzählte ihnen von Grasser und den Morisken - und begeisterte damit insbesondere den Ehemann. Dieser gab schließlich die "fiktive" Maid in Auftrag: Herausgekommen ist ein wunderbar geschnitztes Kunstwerk. Nach dem Tod von Ehemann Dierk stellte sich Elke Lilienthal die Frage "Wohin mit der Figur?". Schließlich stellten die Eheleute Gottfried und Ute Baur aus Kallmünz den Kontakt zu Schmidmühlens Bürgermeister her. Seit wenigen Tagen steht nun die Maid im Rathaus - für einen symbolischen Preis vom Markt erworben. "Mir war wichtig, dass die Maid einen würdigen Platz bekommt", betonte Elke Lilienthal.
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