Schnelle Hilfe

Bürgermeister Peter Braun (links) und Pfarrer Werner Sulzer gaben gemeinsam den Beginn der Nachbarschaftshilfe bekannt. Bild: bjo
Lokales
Schmidmühlen
09.10.2015
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Da sein, wenn jemand Unterstützung braucht. Das ist der Gedanke der Nachbarschaftshilfe Schmidmühlen. Den Startschuss zur Aktion gaben Bürgermeister Peter Braun und Pfarrer Werner Sulzer beim Seniorennachmittag im Hammerschloss.

In der Gemeinde wurde eine Nachbarschaftshilfe gegründet. Als Träger fungieren die politische und die kirchliche Gemeinde. Mit Aufrufen zum Mitmachen und einem an alle Haushalte gerichteten Flyer will man für die Aktion werben.

Nicht nur für Senioren

Die Idee entstand durch Initiative von Pfarrer Werner Sulzer, des Pfarrgemeinderats, des Seniorenbeauftragten und wurde durch Umfragen in der Gemeinde noch verstärkt. Nachbarschaftshilfe werde derzeit in vielen Kommunen angeboten, allerdings in unterschiedlicher Form. "Die Nachbarschaftshilfe in Schmidmühlen soll sich nicht nur auf die Senioren alleine konzentrieren, sondern auf alle Bürger, die vorübergehend Hilfe benötigen", darüber sind sich Braun und Sulzer einig.

Eine der Grundsatzfragen sei die Organisationsform. Da die Leistungen ausschließlich kostenlos sind, wurde, anders als in anderen Gemeinden, kein eingetragener Verein gegründet. Der Helferkreis setzt sich aus sozial engagierten Personen aller Altersgruppen zusammen.

Erste Fragebogenaktion

Bei der ersten Fragebogenaktion hatten sich 20 Ehrenamtliche gemeldet. Ansprechpartner werden kurzfristig und unbürokratisch Hilfe vermitteln, heißt es. Mit diesem Engagement, so die Initiatoren, wolle man das Leben in Schmidmühlen auch im Alter lebenswert gestalten und dafür sorgen, dass die Senioren auch bei eingeschränkter und nachlassender Tatkraft im eigenen Umfeld so lange wie möglich bleiben können.

Der Hilfsdienst will andere haupt- und ehrenamtliche Dienste ergänzen, nicht ersetzen. Was nicht geleistet werden kann, ist eine professionelle Krankenpflege und eine langfristige Familienhilfe.

Der Flyer informiert über die Leistungen wie vorübergehende Hilfestellungen beim Einkauf oder im Haushalt. Andere brauchen Fahrdienste und Begleitungen, beispielsweise zum Arzt, Friedhof, Gottesdienst. Nur bei Fahrdiensten fallen Gebühren in Höhe von 35 Cent pro Kilometer an. Diese Kosten werden direkt mit den Ehrenamtlichen abgerechnet. Es gibt viele, die Mithilfe beim Ausfüllen von Formularen oder eine Unterstützung bei Behördengängen benötigen. Auch wird versucht, akute Engpässe bei der Betreuung von Senioren oder Kindern zu beseitigen oder einem Pflegebedürftigen kurzzeitig Gesellschaft zu leisten. Alle Helfer haben sich zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Die Arbeiten werden ehrenamtlich und kostenlos gemacht. "Während des Einsatzes als Nachbarschaftshelfer sind alle haftpflicht- und unfallversichert durch die Gemeinde", sagte Bürgermeister Peter Braun. Ebenso übernimmt die Kommune für die Helfer die Telefonkosten. Pfarrer Werner Sulzer betonte: "Die Nachbarschaftshilfe versteht sich als soziale Feuerwehr und Netzwerk, das unbürokratisch und kurzfristig für alle Altersgruppen Hilfe vermittelt. Besonders wenn eine akute Notlage ein schnelles Eingreifen nötig macht oder wenn bestehende Familien- und Nachbarschaftsstrukturen momentan nicht ausreichen." Mit Pfarrei und Gemeinde soll eng zusammengearbeitet werden.

"Wer Hilfe braucht oder anbieten will, soll sich einfach unter 0151/65 90 90 30, täglich von 8 bis 18 Uhr, melden", betonten Bürgermeister und Pfarrer.
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