Tradition als Trumpfkarte

In der Oberpfalz sinkt die Zahl der Trachtenfeste - doch der Schmidmühlener Heimat- und Volkstrachtenverein wächst: 18 Neuzugänge hatte er im vergangenen Jahr, darunter auch viele junge Leute. Archivbild: pop
Lokales
Schmidmühlen
05.03.2015
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Der Heimat- und Volkstrachtenverein ist Schmidmühlens erste Adresse, wenn es um Traditionspflege geht. Wer aber glaubt, der Verein altere langsam vor sich hin, der liegt falsch.

In einer Zeit, in der sich immer mehr Vereine mangels Interesse oder wegen Rückgangs der Mitgliederzahlen auflösen, setzt der Trachtenverein einen Gegenpunkt: 18 neue, teils junge Mitglieder haben sich ihm im vergangenen Jahr angeschlossen. Diesen Neuaufnahmen stehen nur vier Austritte entgegen. Damit liegt die Gesamtmitgliederzahl aktuell bei 305.

Einer der großen Vereine

Nach wie vor gehören die Trachtler zu den wichtigen und großen Vereinen im Markt Schmidmühlen. Darauf machte Vorsitzender Gerald Stauber bei der Jahreshauptversammlung aufmerksam.

Sicher hätten es Trachtenvereine in einer schnelllebigen Zeit etwas schwerer, räumte er ein - aber gerade das Traditionsbewusstsein und das Bodenständige könnten in Zukunft die Trumpfkarte auch der Schmidmühlener Trachtler sein.

Weniger Trachtenfeste

Man hatte geistig die Landkarte der Oberpfalz vor Augen, als Vorsitzender Gerald Stauber bei seinem Rechenschaftsbericht all jene Trachtenfeste aufzählte, bei denen der Verein eine Abordnung stellte. Auch die Zahl dieser Veranstaltungen sinke, merkte Stauber an. Trotzdem gehörten die Trachtler zu den wichtigsten Repräsentanten des Marktes.

Der Vorsitzende ging auf die großen Schmidmühlener Veranstaltungen wie Markt- und Heimatfest ein. Eine Selbstverständlichkeit sei für die Trachtler die Teilnahme an allen kirchlichen Festen wie Fronleichnam oder am Volkstrauertag. Die Liste der weiteren Aktivitäten reichte vom Nikolausdienst bis zum Kathreintanz.

"Gnogelt voll" war's

Auf drei Veranstaltungen ging Stauber besonders ein: das Wirtshausgespräch, den Tanz in den Morgen am Marktfest und die Wachsstöcklkurse von Ilona Reheis - allesamt "echte Renner". Insbesondere beim Wirtshausgespräch sei der Trachtler-Saal "gnogelt voll" gewesen. Mit dem Wachsstöcklkurs sei ein weiterer alter Brauch wiederbelebt worden. Insgesamt zog Stauber eine positive Bilanz. Damit könne sich der Blick optimistisch auf das neue Jahr richten. Positiv fiel auch der Kassenbericht von Gerhard Reheis aus. Trotz vieler Ausgaben kann der Verein auf ein solides Finanzpolster bauen.

Trachtler tanzen weiter

Auf viele Veranstaltungen mit der Jugendgruppe blickte deren Leiterin Michaela Mehringer zurück. Das Programm reichte von Tanzproben bis zu Auftritten, zum Beispiel beim Heimatfest. Aus Staubers Bericht als Vortänzer ging hervor, dass die Gelegenheiten, traditionelle Tänze öffentlich vorzuführen, immer weniger werden. Dennoch werde der Trachtenverein nicht nachlassen, diese zu pflegen.

Bürgermeister Peter Braun dankte dem Verein für seine Arbeit. Die zahlreichen Neuaufnahmen belegten, dass er mit seiner Brauchtumspflege und seinem Programm nicht nur das Leben in der Gemeinde geprägt, sondern auch eine gute Zukunft in der Lauterachtalgemeinde habe.
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