US-Munition: Bürger denken an Erdbeben

Peter Braun. Bild: Huber
Lokales
Schmidmühlen
20.03.2015
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"Sagen Sie bitte unseren US-amerikanischen Freunden ein herzliches Vergelts Gott für die wunderbare heutige Nacht. Es war herrlich, um 3.55 Uhr mit erdbebenähnlichen Donnerschlägen aufgeweckt zu werden." Nur noch mit Ironie wusste sich ein Schmidmühlener zu helfen, der am Freitagmorgen an Bürgermeister Peter Braun mailte, dass nach mehreren Tagen Hubschrauber- und Düsenjägerlärm vom Truppenübungsplatz Hohenfels mit den "Kanonenschlägen" eine neue Dimension erreicht worden sei.

Neu war das für Braun freilich nicht. Die "schweren Explosionen im Abstand von zehn bis zwanzig Sekunden" hatten auch den Bürgermeister aus dem Bett gerissen. "So was in der Art habe ich noch gar nicht gehört", sagte Braun der AZ. Zuletzt seien schwere Waffen eher in Grafenwöhr eingesetzt worden, während die US-Armee in Hohenfels vor allem Nah- und Partisanenkampf geübt habe. Jetzt aber lege die ungewöhnliche Lautstärke nahe, dass hier noch stärkeres Gerät als Panzer eingesetzt worden sei, eventuell sogar ganz neuartige Waffentypen.

Das Büro für Öffentlichkeitsarbeit der US-Armee in Hohenfels hatte am Donnerstag - ungewöhnlich knapp - mitgeteilt, dass am Freitag von 3.30 Uhr bis 12 Uhr "pyrotechnische Munition" zum Einsatz komme. Braun fragte gestern bei dem Büro nach, welche Waffen denn das genau seien. Zudem bat er die US-Armee, "im Interesse unserer Bürger künftig auf derartige Einsätze zu verzichten. In der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr ist dies unserer Bevölkerung schon gar nicht zuzumuten." Ihm sei eine Antwort in Aussicht gestellt, aber noch nicht gegeben worden, sagte Braun. Er werde das Thema auf jeden Fall am Dienstag zur Sprache bringen, wenn die Bürgermeister des Landkreises in der Staatskanzlei zu Gast seien. Denn diese sowie das Verteidigungsministerium müssten es genehmigen, wenn im Übungsplatz mehr Lärm erzeugt werde als üblich.
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