Was Neues: Sushi trifft Knödel

Das Haiku-Trio servierte im Hammerschloss ungewohnte kulturelle Kost. Bild: pop
Lokales
Schmidmühlen
01.04.2015
0
0

Viel Kulturelles haben die alten Mauern des Hammerschlosses schon gehört. Und doch gibt es hier immer wieder Neues zu entdecken: Fernöstliche Klänge und Gedichte zum Beispiel, bei einer musikalischen Haiku-Lesung.

Mit einer zweiten Veranstaltung im Hammerschloss setzte der Heimat- und Kulturverein sein Programm fort: Dabei wagte er sich mit einer musikalischen Gedicht-Lesung auf ungewohntes Terrain.

Noch ungewohnt

Der Haiku ist eine japanische Gedichtform, mittlerweile weltweit verbreitet, für europäische Ohren aber durchaus noch ungewohnt. Zu Gast war in Schmidmühlen das Haiku-Trio, das seine Wurzeln im fränkischen Raum hat und den Zuhörern einen kulturell hochkarätigen Abend bot. Emiko Sato rezitierte mit viel Gefühl und japanischem Charme eigene Haikus. Sie nahm die Zuhörer mit auf eine Reise durch die vier Jahreszeiten, aber auch durch das bayerische und japanische Alltagsleben.

Die Sache mit der Nase

So gab es Haikus vom sonnigen Sommer bis hin zum farbenprächtigen Herbst, bei dem sich - so die japanische Auffassung - "die Berge bunt schminken". Ein Abstecher zum fränkischen Schäufele mit Knödeln und zum bayerischen Bier, dessen Schaum "am Bart" des Genießers diesen nicht immer optimistisch stimmt.

Zum Abschluss durfte natürlich der Vergleich mit den kleinen japanischen Stupsnasen und den größeren germanischen Exemplaren nicht fehlen. Mit Letzteren, so war im Haiku zu hören, kann man im Winter sogar Schneeflocken fangen.

Tiefsinnig und manchmal deftig waren die Haikus, aber von Emiko Sato doch immer mit viel Herzblut und Feingefühl rezitiert. Angekündigt waren Gedichte mit Musik von Klassik bis Pop, von Japan bis Bayern, präsentiert à la Sushi und Knödel. An diesem Abend passte nicht nur die literarische Speisekarte, sondern auch die musikalische Umrahmung, die eine "dienende" Funktion bei dieser Lesung übernahm, aber trotzdem nicht im Hintergrund darbte.

Der mittlerweile konzerterfahrene Besucher im Hammerschloss weiß längst, dass sich hier hochkarätige Musiker ein Stelldichein geben. Diesmal waren das Roland Schmidt (Marimba und Percussion) und Evelyn Langer (Klarinette und Saxofon).
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.