Was wird aus Fochtnerstadl?

Dass etwas getan werden muss, ist unbestritten, denn der Fochtnerstadl ist in die Denkmalschutzliste aufgenommen. Doch die Frage wird sein, welche Zukunft dieses Gebäude haben wird. Darüber entscheiden die Schmidmühlener am Sonntag, 29. März, beim Bürgerentscheid. Bild: bö
Lokales
Schmidmühlen
08.03.2015
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Bloße Sanierung oder echter Bürgertreff? Um diese Frage geht es beim Bürgerentscheid am Sonntag, 29. März, in Schmidmühlen. Dann nämlich stimmen die Bürger über die Zukunft des Fochtnerstadls ab.

"Sind Sie dafür, dass der Fochtnerstadl unter Einbeziehung öffentlicher Zuschüsse grundlegend saniert wird, um ihn einer späteren Nutzung - zum Beispiel für kulturelle Zwecke - zuführen zu können?" So lautet die Frage beim Bürgerentscheid am 29. März. Die Wahllokale sind in der Grundschule in Schmidmühlen und im Gasthaus Bauer in Emhof. Briefwahlunterlagen können gegen Vorlage des Wahlscheins im Rathaus abgeholt werden.

Architekten vor Ort

Zusätzlich zu den beiden Bürgerversammlungen in Schmidmühlen sowie heute im Gasthaus Lautenschlager in Eglsee haben die Bürger am Samstag, 14. März, von 13 bis 15 Uhr die Gelegenheit, sich bei einem Ortstermin ein Bild von dem Objekt zu machen. Dann werden auch Vertreter des Architekturbüros Dittmann aus Amberg vor Ort sein und Fragen beantworten. Die Frage nach dem Fochtnerstadl bewegt die Menschen in Schmidmühlen, sagte Bürgermeister Peter Braun bei der Bürgerversammlung im Lindenhof. "Die räumliche Situation zur Abhaltung größerer Veranstaltungen stellt sich künftig für Schmidmühlen schwierig dar, so dass man sich auch vom Markt her Gedanken machen muss, welchen Weg man gehen wird", erklärte er.

Zuschüsse zu erwarten

Geklärt werden müsse, ob es nur eine Notsicherung geben oder ob der Fochtnerstadel saniert und dann zu einem echten Bürgerstadl werden soll. Nicht zulässig sei ein Abriss, ebenso wenig könne der Markt das Gebäude verfallen lassen. Braun erklärte auch, warum: "Weil es sich um ein ausgewiesenes Einzelbauwerk im Sinne des Denkmalschutzes handelt." Eine reine Notsicherung koste 110 000 Euro. Sollte es zusätzlich Unterstellmöglichkeiten geben, steige die Summe auf 160 000 Euro.

Wolle man eine Grundsanierung mit reiner Stadlnutzung käme man laut Kostenrechnung des Architekturbüros Michael Dittmann aus Amberg auf etwa 890 000 Euro. Um das Objekt als Veranstaltungsraum nutzen zu können, wären etwa 1 040 000 Euro erforderlich. Durch unterschiedliche Zuschussgeber könne das Projekt mit 80 Prozent gefördert werden. Braun erwähnte auch den Eigenanteil des Marktes: 110 000 Euro für eine reine Notsicherung, 180 000 Euro für eine Stadlnutzung ohne Ausbau und 240 000 Euro bei einem Ausbau als Veranstaltungsraum für knapp 200 Personen.

Mehrheit allein reicht nicht

Das Verfahren beim Bürgerentscheid ähnelt dem der Bürgermeisterwahl. Jeder stimmberechtigte Bürger hat nur eine Stimme. Eine Kennzeichnung oder Vermerke würden allerdings dazu führen, dass der Stimmzettel ungültig ist. Ein ganz entscheidender Unterschied zu anderen Wahlen ist, dass die Mehrheit der abgegebenen Stimmen allein nicht ausreicht, um ein gültiges Ergebnis zu erhalten.

Vielmehr muss diese Mehrheit mindestens noch 20 Prozent der Stimmberechtigten erreichen (Abstimmungsquorum). Für Schmidmühlen heißt dies konkret: Mindestens 390 Wahlberechtigte müssen mit Ja oder Nein stimmen, damit das Ergebnis gültig ist. Dieses ist dann übrigens ein Jahr lang bindend.
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