Flüchtlinge sind auch in Schmidmühlen ein Thema
Ganz sachlich diskutiert

MdL Harald Schwartz, CSU-Ortsvorsitzender Matthias Huger und Bürgermeister Peter Braun (von links) stellten sich der Diskussion zum hoch aktuellen Thema Flüchtlinge. Bild: pop
Politik
Schmidmühlen
19.03.2016
129
1

Eigentlich war das Thema Flüchtlinge aus Syrien konkret auf den Markt bezogen. Aber im Laufe des Abends zeigte es sich, dass man das Kleine (Schmidmühlen) nicht ohne das große Ganze - die Ursachen der Flucht und die Auswirkungen auf Europa und Deutschland - diskutieren kann.

Seit Jahren ist der Krieg in Syrien in den Medien präsent, seit Monaten ist es auch die Flucht vieler tausender Menschen von dort - und seit einigen Wochen ist das Thema auch im Markt Schmidmühlen angekommen. Damit befasste sich der CSU-Ortsverband in einer Informationsveranstaltung. Rund drei Stunden nahmen sich Mandatsträger und Bürger Zeit, darüber zu diskutieren und Möglichkeiten anzudenken, wie man in der Lauterachtalgemeinde dieser gesellschaftlichen Herausforderung gerecht werden könnte. Dies geschah sachlich und konkret bis zur letzten Minute. Zumindest für Schmidmühlen wurde so eine Richtschnur zum Umgang mit dem Thema gefunden.

Wie geht es weiter?


Bürgermeister Peter Braun informierte zunächst über die Situation in Schmidmühlen (Hintergrund). Doch wie wird es weitergehen? Diese Frage beschäftigte alle Diskussionsteilnehmer. Hier kam die große Politik ins Spiel, zu der Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Harald Schwartz Stellung bezog. Er würdigte das Engagement der Ehrenamtlichen, aber auch von Polizei und Verwaltung, die bis an die Grenzen der Belastbarkeit arbeiteten. Alleine das, was Bayern geleistet habe, hätten viele europäische Staaten nicht annähernd getan. Mit einem Beitrag von Pfarrer Werner Sulzer ging der Blick wieder nach Schmidmühlen zurück. Vor einigen Wochen kamen er und die Pfarrei mit dem Thema Flüchtlinge in Berührung - "mit der konkreten Situation und mit konkreten Problemen", wie Sulzer sagte. Die Pfarrei sei im Kontakt mit Asylsuchenden. Sie habe mehrfach geholfen und helfe auch weiter, wenn dies nötig sei. Zwei Pfarrangehörige geben inzwischen auch Deutschkurse.

Politik ist gefordert


Sachlich und intensiv wurde die anschließende Diskussion geführt, wobei sich Harald Schwartz auch immer wieder kritischen Nachfragen zur Politik der CSU stellen musste. Keiner der Veranstaltungsteilnehmer verneinte die Verpflichtung, sich dieser Aufgabe zu stellen. "Wir müssen und wir werden solidarisch unseren Beitrag leisten", lautete das Resümee aller Diskussionsteilnehmer. Doch auch die große Politik sei gefordert, gerade wenn es um sicherheitspolitische Aspekte geht. Einzelne Bürgerinnen, die bereits Kontakt zu Schutzsuchenden haben, ermunterten dazu, Ängste abzubauen und auch in Schmidmühlen auf die Menschen zuzugehen. Eine Mandatsträgerin des Marktrats nannte hier das Evangelium als Richtschnur des politischen wie menschlichen Handelns.

HintergrundDerzeit sind 891 Asylbewerber in dezentralen Unterkünften im Landkreis untergebracht. Hinzu kommen 139 in Gemeinschaftsunterkünften und 91 in der Notunterkunft in Sulzbach-Rosenberg sowie 81 unbegleitete Minderjährige - zusammen etwa 1,6 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Derzeit sind in Schmidmühlen zwei Immobilien zur Flüchtlingsunterbringung angemietet. Eine ist aktuell mit 15 Bewohnern - zehn Erwachsene und fünf Kinder (bis vier Jahre) - belegt. Platz wäre für bis zu 19 Menschen. Die Asylsuchenden kommen aus der Ukraine, aus Syrien, Bosnien, dem Irak und dem Kosovo. In einer zweiten Immobilie logieren derzeit elf Syrer - neun Erwachsene und zwei Jugendliche (über 16 Jahre). Die Kapazität dieser Unterkunft ist auf zwölf Personen begrenzt.

Kosten sind nach Aussage von Bürgermeister Peter Braun auf den Markt Schmidmühlen bislang noch keine zugekommen. (pop)


Auf WohnungssucheDer Landkreis will weiterhin Gebäude zur dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen anmieten. Voraussetzung ist laut Bürgermeister Peter Braun, dass die Wohnung voll möbliert ist, die Anforderungen an den baurechtlichen Brandschutz nachgewiesen werden, die Unterbringung von Asylbewerbern bauaufsichtlich zulässig und der Vermieter zur Übernahme von überschaubaren Betreuungsleistungen bereit ist. Mietverträge werden derzeit mit einer Laufzeit von 36 Monaten abgeschlossen. (pop)
Weitere Beiträge zu den Themen: Flüchtlinge (1354)CSU Schmidmühlen (3)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.