Marktgemeinderat sagt Nein
Übungsplatz Hohenfels soll nicht wachsen

Die US-Armee möchte "baldmöglichst" der Bundesimmobilien in Randbereichen insgesamt fast 33 Hektar Wald, in Schmidmühlen rund zwei, abkaufen. Sie schließen unmittelbar an das Umfeld der Dienststelle der Bundesforst (Foto) in Richtung Schule, Wohnsiedlung und Friedhof an. Der Marktrat sprach sich vehement dagegen aus. Bild: bö
Politik
Schmidmühlen
01.08.2016
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Es geht insgesamt um beachtliche 32,7 Hektar Wald und Wiesen in Randlage des Übungsplatzes Hohenfels. Der Bund möchte sie verkaufen, die US-Armee erwerben. Schmidmühlen stellt sich quer.

Das war das große Thema im Marktgemeinderat. An ihn, respektive die örtliche Verwaltung, hat die US-Armee im Zuge eines Anhörungsverfahrens eine sogenannte Liegenschafts-Anforderung herangetragen. Der Zweck: Die betroffenen Gemeinden werden gefragt, ob sie mit dem Flächenerwerb, der einer Erweiterung des Übungsplatzgeländes gleichkommt, einverstanden sind. Das kategorische Nein der Markträte fiel einstimmig.

Die Liegenschafts-Anforderung bezieht sich auf Flächen entlang der Grenze des Truppenübungsplatzes Hohenfels. Seitens der US-Armee heißt es, sie würden zu Ausbildungszwecken sowie zur Sicherung der Arrondierung der Grenzen des ausgedehnten militärischen Trainingsareals benötigt. Gestellt hat den Antrag formell die US-Garrison Bavaria. Insgesamt handelt es sich um 32,7 Hektar, die im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bundesforst) sind und als Nachbargrundstücke außerhalb der jetzigen Übungsplatz-Grenze liegen.

In Schmidmühlen geht es um eine Fläche von 2,1 Hektar im Bereich des Schlegelgrabens in Richtung Bundesforstgebäude. Weitere betroffene Orte sind im Landkreis Amberg-Sulzbach Hohenburg, wo dieses Anliegen noch nicht im Gemeinderat diskutiert wurde, Hörmannsdorf, Prönsdorf, Reichertswinn, Velburg und Allersburg, die zum Nachbarlandkreis Neumarkt gehören.

Bund will verkaufen


Hintergrund ist, dass die Bundesforst den Verkauf dieser Flurstücke entlang der Übungsplatz-Grenze plant, hieß es in der Sitzung. Eine Veräußerung an Dritte, so Bürgermeister Peter Braun, würde nach Ansicht der Militärs zu einer Beeinträchtigung der US-Operationen auf dem ausgedehnten Areal führen.

Die Markträte lehnten eine weitere Ausdehnung des Truppenübungsplatzgeländes auf Schmidmühlener Gemarkung jedoch einstimmig ab. Der Wunsch der Bundesimmobilien, die bisher nicht benötigten Grenzgrundstücke zu veräußern, was wegen der exponierten Lage am Rande des Sperrgebietes jedoch kaum möglich sei, ist aus der Sicht des Plenums nicht ausreichend. Eine bislang nicht erwähnte, aber zu erwartenden Entnahme der Flächen aus dem Gemeindegebiet lehnte der Marktgemeinderat ebenfalls einstimmig und kategorisch ab. Hier spielt die Liegenschaftssteuer eine Rolle.

Dann wird es knapp


Sollten die Verkaufsüberlegungen in Bonn (Bundesimmobilien) und Garmisch-Partenkirchen (Garrison Bavaria) im Markt Schmidmühlen umgesetzt werden, würde der Truppenübungsplatz im Bereich des Schlegelgrabens recht nahe an die Schule und den heranrücken.
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