50 Jahre Faschingskomitee Schmidmühlen
Als man vorm Ball noch anstand

Zum 50-jährigen Bestehen des Faschingskomitees Schmidmühlen hatte das Präsidium alle ehemaligen Prinzenpaare eingeladen. Bild: bö
Vermischtes
Schmidmühlen
17.11.2016
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Es war eine illustre Gesellschaft, die sicher auch an einem europäischen Adelshof eine gute Figur gemacht hätte: Alle ehemaligen Prinzenpaare Schmidmühlens waren ins Hammerschloss eingeladen. Sie feierten Jubiläum.

(bö) Das Faschingskomitee Schmidmühlen gibt es heuer seit 50 Jahren. Es sei eine besondere kulturelle Visitenkarte Schmidmühlens, betonte Bürgermeister Peter Braun. Den Prinzessinnen von einst überreichte Manuel Wein rote Rosen. Dazu kam noch die Garde, Präsidenten und andere Titelträger aus 50 Komitee-Jahren und mehr als sechs Jahrzehnten Faschingsleben in Schmidmühlen.

Erste Bilder aus den 20ern


Fasching wurde im Markt auch schon vor 1966 gefeiert: Erste Bilddokumente von Faschingswagen und Maschkerern datieren vom Ende der 20er-Jahre. 1949 besannen sich die Schmidmühlener dann darauf, die fünfte Jahreszeit wieder neu zu kreieren und ihren Fasching zu feiern. "Bis etwa um 1960 standen das Faschingsgeschehen wie auch die Organisation des Faschingszugs unter der Regie des damals sehr aktiven Burschenvereins", so erzählte einmal der erste Faschingsprinz der Nachkriegszeit, Bäckermeister Heinrich Hummel. Damals gab es mehr Kappenabende, den Hausfasching und nur wenige Bälle, berichtete Komiteepräsident Sebastian Pirzer.

Ab 1960 war es still in Sachen Fasching in Schmidmühlen. Letztlich sollte es bis 1965 dauern, bis dazu neue Initiativen auftauchten - und am 11. November schließlich auf Anregung von Altbürgermeister Max Michl das Faschingskomitee gegründet wurde. Wertvolle Geburtshilfe leisteten damals Benefiziat Paul Urlberger und Bürgermeister Anton Rogg. Erstes Prinzenpaar des Komitees waren Rudolf Büchner und Hildegard Liebl. Als Präsident führte Wilhelm Kugler den Hofstaat an, Hofmarschall wurde Ernst Wein. Peter Fochtner sorgte als Hofnarr für Stimmung

Der Schmidmühlener Fasching nahm in dieser Zeit jene Formen an, mit denen er bis heute Spaß und Freude vermittelt. So gründete man 1966 zum ersten Mal eine Prinzengarde unter Leitung von Waltraud Wagner. Tänzerinnen waren damals Anita Kricke, Christa Rösch, Irmgard Michl, Christa Fochtner, Erika Schieka, Erna Pirzer und Maria Pirzer. Elferratsmitglieder der ersten Stunde waren Max Michl, Anton Rogg, Josef Fertsch, Rudolf Büchner, Adolf Leuthner, Karl Knauer, Ludwig Hausmann, Josef Wein, Hans Graf, Alois Rudolf, Josef Schmid, Richard Ferstl und Karl Preissl.

Legendäre Kapellen


Es folgten Jahre, in denen ein Faschingsball den anderen jagte, wo teilweise schon am Mittwoch zur maskierten Turnstunde aufgespielt wurde. Knapp 30 Veranstaltungen stehen im Faschingskalender von 1974, auf die Rekordzahl von 42 Bällen, Kappenabenden und Tanzveranstaltungen kam man 1976.

Mancher Faschingsfreund erinnert sich noch an die Zeit, als man schon zwei Stunden vorher um eine Karte im Meier-Saal oder im Tanzlokal Espach anstehen musste. Kapellen wie der Heimgärnter Schorsch, The Colours, Broken Mirror, Rubinos, Blue Rivers, Atlantis, Compeers, Crescendos, Cabaleros, The Locomotion, Boy Scouts, German Gents oder die Rudi-Loritz-Combo gaben sich hier die Türklinke in die Hand.

Ein Blick zurück

Bis 1967 leitete Wilhelm Kugler das Faschingskomitee, 1968 und 1969 war es Marianne Hausmann, 1969 übernahm Brigitte Schneider. Von 1970 bis 1974 kümmerten sich Max Michl und Brigitte Schneider gemeinsam um den Verein.

Glanzpunkte setzte Aloys Koller von 1974 bis 1977 mit Auftritten von Garde und Komitee weit über die Landkreisgrenzen. Nach seinem Wegzug sank der Verein 1977 in einen Dornröschenschlaf. Nur dem damaligen Ehrenpräsidenten und Bürgermeister Max Michl war es zu verdanken, dass die närrische Zeit damals nicht ganz ausfiel. Die Faschingsfreunde kümmerten sich bis 1984 um das Brauchtum. 1984 übernahm Richard Zeilinger die Regie im neu belebten Komitee, von 1986 bis 1990 taten dies wieder die Faschingsfreunde.

1990 erlebte das Komitee eine Renaissance - dank der Prinzessin von 1975/76, Marlene Stadlmann. Elf Jahre leitete sie die närrischen Geschicke. Unter ihrer Regie wurde die Prinzengarde zu einer festen Größe in Ostbayern. Der Seniorenfasching wurde eingeführt und der Name Schmidmühlen war im Fasching plötzlich wieder in aller Munde. 2002 und 2003 leitete Christian Meier die Vereinsgeschicke. Ihm folgten Markus Fleischmann (2004-2010), Dominik Knauer (2011- 2014), Michael Eckmeder (2015/16) und aktuell Sebastian Pirzer. (bö)
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