Bau-Gewerkschaft tagt in Schmidmühlen
Beim Baugeld große Probleme

Der neugewählte Vorstand der IG Bau mit Gewerkschaftssekretär Karl Toth (rechts). Bild: bjo
Vermischtes
Schmidmühlen
28.10.2016
15
0

Die Flexi-Rente war ein Thema bei einer Mitgliederversammlung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). Ein Schritt in die richtige Richtung, sagte Gewerkschaftssekretär Karl Toth. Aber der reiche bei weitem nicht aus.

/Rieden. Ein Rückblick auf die vergangenen vier Jahre des IG-Bau-Ortsverbandes Schmidmühlen-Kastl-Rieden sowie Neuwahlen und Informationen zu aktuellen Themen waren Schwerpunkte der Versammlung im Gasthaus Lindenhof in Schmidmühlen.

Vorsitzender Norbert Fischer wurde in seinem Amt bestätigt. Sein Stellvertreter Armin Volber übernahm den Rückblick, der von der 25- Jahr-Feier des Ortsverbands bis zur Weihnachtsfeier reichte.

Gewerkschaftssekretär Karl Toth informierte über die Tarifrunde 2016 im Bauhauptgewerbe. Dabei wurde eine Lohnerhöhung von 4,6 Prozent im Westen (Laufzeit bis 28. Februar 2018) erzielt.

Betriebsräte noch wichtiger


Ein Knackpunkt der Tarifverhandlungen war laut Toth die Regelung für auswärtige Beschäftigung. Ab 1. Januar 2017 muss der Chef die Unterkunft stellen und bezahlen. Kollegen auf Montage haben einen Anspruch auf eine Verpflegungspauschale von 24 Euro. Mit einer Betriebsvereinbarung kann diese auf bis zu 28 Euro angehoben werden. "Betriebsräte in den Unternehmen sind wichtiger denn je", führte Toth aus.

"Die neue Flexi-Rente ist ein Schritt in die richtige Richtung. Insbesondere die verbesserten Hinzuverdienstgrenzen sind wichtig", unterstrich der Gewerkschaftssekretär. Diese am 1. Januar 2017 in Kraft tretende Regelung sei aber für Bauarbeiter untauglich, weil diese erst mit 63 Jahren in Anspruch genommen werden könne.

Im Landkreis Amberg-Sulzbach und in der Stadt Amberg gebe es zurzeit 1560 aktive Bauarbeiter - von denen gerade mal 2,2 Prozent über 63 Jahre alt seien. Auch bei den über 60-Jährigen sehe es mit einem Anteil von 6,3 Prozent nicht viel besser aus. In der Oberpfalz gebe es aktuell 13 970 Bauarbeiter, von denen 1,5 Prozent über 63 und 5,5 Prozent über 60 Jahre alt seien.

"Diese Zahlen zeigen eindeutig, dass wesentlich mehr zur Verbesserung der Erwerbsminderungsrente getan werden muss." Die EU-Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie sei besonders hart in deutsches Recht umgesetzt worden, meinte Toth. Die Banken müssten nunmehr prüfen, ob Darlehen über die gesamte Laufzeit bedient werden können. Vermögen und die Einkommenshöhe spielten eine wichtige Rolle bei der Vergabe von Baugeld.

Ein Bärendienst


Grundstücke und Wohnimmobilien dürften bei Privatpersonen nicht mehr als Sicherheit akzeptiert werden, was große Probleme aufwerfe. Gerade für junge Leute mit befristeten Arbeitsverträgen, die Familien gründen und sich Wohneigentum schaffen wollten.

Aber auch für ältere Menschen, die vor der Rente ihre Immobilie renovieren möchten. Bei ihnen könnten die neuen Vorgaben dazu führen, dass Kredite abgelehnt werden müssen, kritisierte Toth. Auch habe man mit dieser Gesetzgebung dem privaten Wohnungsbau einen Bärendienst erwiesen.

NeuwahlenVorsitzender: Norbert Fischer

Stellvertreter : Armin Volber

Beisitzer: Günther Bauer, Jürgen Fellner, Johann Klieber, Jürgen Volber, Richard Volber

Bezirksbeirat: Norbert Fischer

Delegierter zum Bezirksverbandstag: Johann Klieber (bjo)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.