Der Sieg der Hoffnung

Vermischtes
Schmidmühlen
29.03.2016
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Feierlich war die Osternacht in Schmidmühlen. Rund um die Pfarrkirche machten die Ministranten mit Ratschen auf den Beginn der Messe aufmerksam. Im Gottesdienst selbst sprach Pfarrer Werner Sulzer von der Hoffnung, die im Menschen stecke.

Der Geistliche segnete zunächst das Feuer, an dem die Osterkerze entzündet wurde. Diese trug Sulzer dann in das finstere Gotteshaus. Die Ministranten gaben das Licht des geweihten Feuers an die Besucher weiter.

Das Wort Auferstehung wecke bei ihm "die Vorstellung von einem umwälzenden, spektakulären Ereignis, etwas noch nie Dagewesenes", bekannte der Geistliche. Dieses Ereignis komme jedoch erstaunlich unspektakulär daher: ein weggewälzter Grabstein, für den es viele Erklärungen gibt; ein leeres Grab, das die Frauen ratlos macht; eine Botschaft, der die Apostel keinen Glauben schenken. So beginne Ostern: klein, unspektakulär, unscheinbar. "Ich bin ausgesprochen dankbar für diesen kleinen, unscheinbaren Anfang, denn er ermutigt mich, die kleinen Vorzeichen von Auferstehung, die es hier und heute gibt, zu entdecken und ihnen zu trauen."

Nicht von ungefähr höre man in jeder Osternacht die Schöpfungserzählung und die Geschichte vom Auszug aus Ägypten: In ihnen kündige sich die Auferstehung an - "in einer Weise, wie wir es auch heute erleben können". Gerade im Frühling begegne einem in der Natur eine unbändige Lebenskraft. Aus den kleinsten Ritzen zwänge sich jetzt, klein und unscheinbar, das Leben. Klein, zart, zerbrechlich keime es. "Der Frost, ein Fußtritt, ein harter Stein: Sie vermögen es nicht aufzuhalten. Es suche sich seinen Weg und wachse und schließlich hebe es Teerdecken und sprenge Mauern. Was für ein Lebenswille steckt doch in der Schöpfung - Vorzeichen von Auferstehung", fuhr Sulzer fort. "Und da ist zum anderen der unbändig bare Lebenswille des Menschen". Unzählige Diktatoren hätten, wie der Pharao, die Menschen unterjocht. Gewaltigen Herausforderungen sehe sich der einzelne und die ganze Menschheit immer wieder ausgesetzt - und doch gebe der Mensch die Hoffnung nicht auf. Immer wieder erhebe er sich aufs Neue, kämpfe dagegen an und trotz vieler Rückschläge lasse er sich die Hoffnung auf Freiheit nicht nehmen. "Wie viel Hoffnung steckt doch in den Menschen - Vorzeichen von Auferstehung". Solche Erfahrungen seien noch nicht die Auferstehung und doch könnten sie die Christen ermutigen, ihr zu glauben, weil sie ihnen zeigen: Bereits in diesem Leben gebe es dafür Vorerfahrungen, die vom Lebenswillen und von der unbesiegbaren Hoffnung erzählen.

"Im Leben steckt eine gewaltige Kraft, eine Kraft, die alles ankämpft, was das Leben hier und heute einschränkt und behindert. Eine Kraft, die oft auch ganz klein und unscheinbar ansetzt und doch vieles sprengt und umwälzt", so der Geistliche. "Am Ende tragen das Leben und die Hoffnung den Sieg davon. Und so lasst das Leben und die Hoffnung feiern, lasst uns den feiern, der unser lebendiger Hoffnungsträger ist."

Nach der Taufwasserweihe wurden kleine Schälchen damit gefüllt und von den Ministranten an die Kirchbesucher weiter gegeben. Am Ostermontag wurde der Gottesdienst von Cordevobiscum und Schola gestaltet.
Und so lasst uns das Leben und die Hoffnung feiern, lasst uns den feiern, der unser lebendiger Hoffnungsträger ist.Pfarrer Werner Sulzer
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