Deutliche Worte von Pfarrer Sulzer zum Thema Flüchtlinge
Absage an Pegida-Marschierer

Pfarrer Werner Sulzer griff beim Jahresschlussgottesdienst das Thema des Jahres auf. Bild: bjo
Vermischtes
Schmidmühlen
01.01.2016
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Innehalten und zurückblicken - diese Gelegenheit nutzte der Schmidmühlener Pfarrer Werner Sulzer beim Jahresschlussgottesdienst, um noch einmal auf das Thema Flüchtlinge einzugehen. "Als Christ kann ich nicht grundsätzlich gegen Flüchtlinge sein. Damit würde ich die Grundlage unseres Glaubens verraten", sagte der Geistliche bei der Predigt.

Er erinnerte daran, dass am Anfang des christlichen Glaubens eine Fluchtgeschichte stehe. "Nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten", habe der Engel zu Josef gesagt. Deswegen sei gerade der Umgang mit den Flüchtlingen ein Gradmesser christlichen Glaubens.

Scharf ging Sulzer mit den Pegida-Demonstranten ins Gericht. "Da wird für den Erhalt des Abendlandes demonstriert. Bezeichnenderweise ist da nicht mehr vom christlichen Abendland die Rede, von dem, was diesen Kontinent über Jahrhunderte geprägt und geformt hat", sagte der Pfarrer. Konsumlaune, Partystimmung, Wirtschaftsinteressen könnten nicht die Identität eines Volkes sein. "Nicht die Fremden, die zu uns kommen, gefährden unsere Identität, sondern unsere mangelnde Glaubenspraxis, der Verlust von innen." Weiter erklärte er: "Wenn der Zuzug anderer für uns zum Ansporn würde, uns mit unserer eigenen Tradition auseinanderzusetzen, dann würde uns dies nicht gefährden, sondern ganz im Gegenteil doppelt bereichern. Weil wir uns unserer eigenen Identität bewusst würden und weil wir vom Anderen lernen könnten."

2015 wurden in Schmidmühlen 7 Kinder getauft, 12 gingen erstmals zur Kommunion, 32 empfingen das Sakrament der Firmung, 3 Paare heirateten und 16 Christen starben.
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