Erinnerung an zwei verheerende Ereignisse:
Schmidmühlens Gelübdesonntag

Vermischtes
Schmidmühlen
09.01.2016
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Morgen ist Gelübdesonntag in der Lauterachtalgemeinde. Seinen Ursprung hat dieser Tag in zwei großen Unglücksfällen - einem Großfeuer und einem Hochwasser, die Mitte des 19. Jahrhunderts Schmidmühlen heimsuchten, jeweils am Sonntag nach Dreikönig, zwei Jahre hintereinander.

1848 brach frühmorgens in der Papiermühle ein verheerendes Großfeuer aus und zerstörte diese weitestgehend. Dieses Datum ist durch eine heimatkundliche Forschungsarbeit aus der alten Chronik bestätigt. Die Mühle befand sich quasi im Industriezentrum des Marktes, im Hammerviertel.

Die Anlage war im Jahr des Großfeuers in einem sehr guten Zustand und wohl auch sehr gut geführt. So kann man in einem Tagebucheintrag des wandernden Papiermachergesellen Louis Frieß aus Herzberg, wenige Jahre vor dem Unglück, nachlesen: "Die Mühle liegt an einem sehr guten Wasser. Sie ist noch ziemlich neu und die Werker sind sehr gut. Hat 1 Bütte, 1 Holländer (Maschine zum Zerreißen der Lumpen), 6 Loch Geschirr und eine schöne Kammpresse mit Spindel."

Am gleichen Tag, nur ein Jahr später - am Sonntag nach Dreikönig - wurde der Ort von einer weiteren Katastrophe heimgesucht: Vils und Lauterach richteten erhebliche Schäden an. Obwohl damals nur wenig Schnee lag, gab es ein so großes Hochwasser, dass es "bis über die Kirchenstühle in der Art zusammenging, dass noch der obere Teil der Stühle auch genässt wurde." Im Ortskern ertranken 29 Rinder und 70 Schweine - für die damalige Zeit eine echte Katastrophe.

Beide Ereignisse sind heute der Grund dafür, dass der Sonntag nach Dreikönig zu einem Bet- und Danktag (Gelübdesonntag) erklärt wurde, an dem nicht getanzt und nicht gefeiert werden darf.
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