Erntedank in Schmidmühlen
Gartler und Imker harmonieren

Honigverkauf, direkt vom Imker, ist der sicherste Weg, ein gutes Produkt zu erhalten. Bild: pop
Vermischtes
Schmidmühlen
14.10.2016
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Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr luden die Gartler und die Imker wieder zu einem Erntedankfest in das Trachtlerheim und in den Innenhof des Hammerschlosses ein. Mit dieser Idee fanden beide Vereine ein Projekt, das zu ihnen passt.

Denn: Beide Vereine haben auch geschichtlich gemeinsame Wurzeln und sich mit ihren Zielen einer gesunden Ökologie des Heimatraums verschrieben. Dieses kleine, aber feine Auftaktfest zu einem bunten Herbst passt in das Gesamtprogramm der Lauterachtalgemeinde, zu dem auch die Wildspezialitätenwochen gehören.

Landwirtschaftlich geprägt


Die Bürger aus Schmidmühlen, aber auch aus den umliegenden Ortschaften strömten zu diesem Treff. Landwirtschaft, Ernte und Erntedank bilden im christlich geprägten Bayern eine Einheit, auch in Schmidmühlen.

Der Ort war früher sehr von der Landwirtschaft geprägt. Wer sich mit der Heimatgeschichte auseinandersetzt, kommt an ihr nicht vorbei. Sei es mit Ackerland oder Wiese, mit Großvieh oder einem Handwerksbetrieb, der auf Landwirtschaft ausgerichtet war oder auch nur mit Federvieh, angefangen von Hühnern über Enten bis hin zu Gänsen. Was nicht zur Eigenversorgung verwendet wurde, wurde verkauft.

Vieh und Erdäpfel


Viele Bürger erinnern sich an die Zeit, als man zum Hüten das Vieh aus dem Ort trieb oder zum Erdäpfelklauben auf den Acker fuhr. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der Gemeinde Schmidmühlen jedes Fleckchen Erde landwirtschaftlich genutzt. Da hatte eine gute Ernte - auch im Garten - einen hohen Stellenwert. Früher wurden viele Früchte und auch Obst selbst angebaut und für den Winter geerntet. Dies zu optimieren war in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch die Initiative zur Gründung des Gartenbauvereins. Seit vielen Jahren haben sich die Mitglieder auch der Verschönerung des Ortsbildes verschrieben. Sie sind quasi für die blühende Visitenkarte des Ortes verantwortlich. Auch die Bienen und die damit verbundene Imkerei hatten und haben wieder einen hohen Status.

Gerade in den vergangenen drei Jahren ist ein echter Boom in der Lauterachtalgemeinde zu erkennen. Schon immer war es Brauch, für die gute Ernte zu danken, vor allem mit einem Dankgottesdienst.

Flammkuchen und Honig


Die Tradition des weltlichen Teils möchten nun die beiden Vereine weiterführen. Zu Recht, wie der Sonntag bestätigte, das Fest kam bei den Besuchern gut an. Neben Kaffee und Kuchen gab es auch frischen Flammkuchen und man konnte Honig von den heimischen Imkern kaufen.

HintergrundKirchliche und weltliche Erntedankfeste haben in Bayern eine lange Tradition. Bei den kirchlichen Feiern, die meist in Gotteshäusern, aber regional auch bei verschiedenen Veranstaltungen stattfinden, werden Obst, Getreide oder auch Feldfrüchte dekorativ aufgestellt. Hinzu kommen auch andere Gaben wie Wein, Naturprodukte oder auch Honig. Im Jahr 1972 legte die römisch-katholische Bischofskonferenz den ersten Sonntag im Oktober als Erntedanktag fest, ohne ihn aber verbindlich vorzuschreiben. (pop)
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