Marktfest in Schmidmühlen
Ein fröhliches Kontra

Kultur über Grenzen hinweg: Die Volkstanzgruppe Velreiz aus Lettland beim Auftritt in Schmidmühlen. Bilder: pop (3)
Vermischtes
Schmidmühlen
08.08.2016
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Auch außerhalb der närrischen Zeit eine tolle Truppe: Die Schmidmühlener Garde versprühte Sommerfeeling.

Terror, Amokläufe, politische Krisen, Schmiergeldaffären, Hochwasser, Staatsdoping und ein kalter, regnerischer Sommer sorgten in den vergangenen Wochen für negative Schlagzeilen. Schmidmühlen setzte am Wochenende ein fröhliches Kontra, das Tausende Besucher gern annahmen.

"Schmidmühlen versteht den Spagat zwischen barocker Lebensfreude sowie kulturellem Engagement und Selbstbewusstsein so zu machen, dass es eine feine, unauflösliche Einheit wird": So hat der Leiter der Volkshochschule im Landkreis, Manfred Lehner, einst die Mentalität der Schmidmühlener beschrieben. Die zeigte sich auch beim 38. Marktfest. Vitaler denn je feierte der Landkreis-Süden mit Vereinen und Gastwirten dieses Fest, das mehrere Tausend Besucher nach Schmidmühlen brachte.

Früh ausverkauft


Selten zuvor hieß es schon so früh bei den Vereinen: "Würstl aus, Kuchen aus, Forellen aus". Routiniert, aber teilweise auch schon an den Grenzen, meisterten die Ehrenamtlichen den Ansturm. Bereits am Samstag wurde lang gefeiert. Am Sonntag machte traditionell der Männergesangverein mit einem musikalischen Frühschoppen den Auftakt. Erster Höhepunkt war das Eselrennen (AZ berichtete) mit geschätzten 800 Zuschauern. Danach folgte sowohl im Schlossgarten als auch auf der Hauptbühne im Ortszentrum ein tolles Unterhaltungsprogramm.

Wer durch die bunte Schirmstraße ins Zentrum kam, konnte sich dabei schon auf viel Kurzweil einstellen. Seit vielen Jahren können die Schmidmühlener über ein europäisches Kulturprogramm Tanz- und Musikgruppen aus Lettland begrüßen. Eine Partner- und Freundschaft hat sich so über viele Jahre gebildet. Jedes Jahr freut man sich im Markt auf die Volkstänze aus Lettland, diesmal mit der Gruppe Velreiz und den Musikern "Labi, ka ta".

Zwei Ausstellungen, eine im Hammerschloss ("Schmidmühlen ist bunt"), organisiert vom Heimat- und Kulturverein, die andere in der ehemaligen Schmiede beim Muck, zusammengestellt vom katholischen Frauenbund ("Bunte Vielfalt, Hobbys, Liebhaberei und mehr") lockten Hunderte von Besuchern und boten ein feines, ruhiges kulturelles Gegenstück zu Tanz, Show und Würstln.

"Pure Lust am Leben"


Neben der lettischen Volkstanzgruppe brachten die Gardemädels mit ihrem Showtanz das Marktfest-Gefühl auf den Punkt: "Eins kann uns keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben." Auch im Schlossgarten war einiges geboten. Hier traten die Kinder- und Jugend-Cheerleader aus Sulzbach-Rosenberg auf und Line Dancer aus dem gesamten Landkreis gaben ihr Stelldichein. Das Marktfest bot für jeden etwas: Beim Flanieren auf der Hauptstraße zum Oberen Schloss, vorbei am Flohmarkt des Pfarrbücherei und entlang der Standlstraße gab es viel zu sehen, zu probieren oder auch Gelegenheit zum Plausch mit Freunden, die man schon lange nicht mehr gesehen hat.

Das kulinarische Angebot war breitgefächert. Neben Forellen und Bratwürstln gab es Schweinshaxen, Gockerln, Eintopf und Gulasch. Auch heuer waren die Kuchen und Torten des Frauenbunds sehr gefragt.

HintergrundSeit 38 Jahren gibt es in Schmidmühlen das Marktfest. Initiiert wurde es vom Fremdenverkehrsverein (heute Heimat- und Kulturverein) und vom mittlerweile verstorbenen Bürgermeister Max Michl. Bis 1978 waren die Gartenfeste im Oberen Schloss ein festes Ritual im Gemeindeleben. Zahlreiche Vereine feierten ihre Feste - so dass fast jeden Sonntag ein Gartenfest stattfand. Dies war letztlich weder den Vereinen dienlich, noch der Gastronomie. So einigte man sich darauf, einmal im Jahr gemeinsam zu feiern - am ersten Augustwochenende, beim Marktfest. Dieses hatte gerade in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten eine riesigen Zulauf an Gästen. (pop)
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