Neues Übungsgerät für spezielle Brandbekämpfung
Schaumtrainer hilft der Feuerwehr

Aktive der Feuerwehren Schmidmühlen und Winbuch beim "Pilotlehrgang - Schaum". Bild: pop
Vermischtes
Schmidmühlen
07.07.2016
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Brandbekämpfung wird differenzierter und diffiziler. Dafür sorgen unter anderem die Solaranlagen auf vielen Dächern oder die steigende Zahl von Elektroautos. Diese Veränderungen fordern neue Ausbildungs-Programme für die Landkreis-Wehren.

Ein Pilotprojekt mit dem Schwerpunkt "Schaumeinsatz bei Bränden" haben Amberg-Sulzbacher Wehren in Schmidmühlen gestartet. Zum Auftakt informierte sie Kreisbrandrat Fredi Weiß über Konzept und Übungsablauf. Damit Löschschaum, den es in verschiedenen Arten gibt, effektiv ist, müssen Einsatzleiter und Aktive vorab einiges überprüfen. Helfer können die Anwendung jetzt praktisch üben - mit einem Schaumtrainer. Einen solchen erhält bis 2018 jeder Regierungsbezirk sowie jeder Landkreis durch ein Sponsoring-Programm der Versicherungskammer Bayern.

Die Schaumbox kann Netzmittel, Schwer- und Mittelschaum erzeugen. Damit können auch die verschiedenen Arten, diese Löschmittel aufzubringen und deren Wirkung ausprobiert werden. Um den Schaumtrainer transportieren zu können, hat der Landkreis einen Anhänger angeschafft.

Als Ausbilder stehen die Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl (Freudenberg), Christoph Strobl (Vilseck) und Johann Sperber (Achtel) zur Verfügung. Daubenmerkl ist Hauptverantwortlicher. Der Schaumtrainer ist in Freudenberg stationiert. Er steht jeder Kreiswehr zur Verfügung. Bei der Übung wirkten Aktive aus Schmidmühlen und Winbuch mit. Nicht nur die Ausbilder, sondern auch Kommandant und Kreisbrandmeister Jürgen Ehrnsberger zogen eine positive Bilanz: Die Beteiligten hätten Neues gelernt und bei Praxis-Übungen die Wirkung des Schaums auf verschiedene Brandherde sehen können. (Hintergrund)

HintergrundNetzmittel: bei Feststoffbränden zur Verringerung der Wasser-Oberflächenspannung eingesetzt, um größere Eindringtiefe des Löschmittels zu erreichen.

Leichtschaum: bei Bränden in Kellern, Hallen und Gebäuden; eignet sich durch die gute Stapelbarkeit sehr gut zum vollständigen Fluten großer Räume.

Mittelschaum: bei Flüssigkeitsbränden; alleine aufgebracht oder als Schutzschicht auf Schwerschaum, um Rückzündung zu verhindern.

Schwerschaum: bei sehr heißen Flüssigkeitsbränden, etwa durch Öl/Diesel. (pop)


In Bayern 20 000 Brandeinsätze im JahrDie bayerischen Feuerwehren werden durchschnittlich zu rund 20 000 Brandeinsätzen pro Jahr gerufen. 90 Prozent davon sind Brände der Klasse A (feste Stoffe), die ganz herkömmlich mit Wasser gelöscht werden können. In den restlichen zehn Prozent der Fälle sind spezielle Löschmittel erforderlich, weil Wasser zur gefährlichen Ausbreitung führen würde, keine ausreichende Löschwirkung besitzt oder nachteilige Effekte erzeugt. Dazu gehört auch Schaum. (pop)
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