Riesen-Bärenklau im Lauterachtal
Keine Panik, sondern graben

Kreisfachberater Arthur Wiesmet (rechts) informierte (von links) Gemeindearbeiter Hermann Heimler und 3. Bürgermeister Martin Bauer bei einem Ortstermin in Winbuch über den Riesen-Bärenklau. Bild: pop
Vermischtes
Schmidmühlen
07.07.2016
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Grund zur Panik besteht nicht. Aber tatenlos bleiben sollte man auch nicht. Das empfiehlt Experte Arthur Wiesmet zum Riesen-Bärenklau. Der ist inzwischen im Lauterachtal angekommen.

"Sie wird in Zukunft sicher zum Erscheinungsbild in unserer Landschaft gehören, die Bärenklau-Staude - ob es uns gefällt oder nicht": Diese Einschätzung gab Arthur Wiesmet (Kreisfachberatung für Gartenbau und Landespflege) aus dem Landratsamt bei einem Ortstermin in Winbuch. Eine Bürgerin hatte die Pflanze dort entdeckt und dies besorgt dem Markt Schmidmühlen gemeldet. Dort wurde man sofort tätig und bat das Landratsamt um Unterstützung und Beratung.

Schön, aber nicht ohne


Die Pflanze ist eigentlich in unseren Breiten nicht heimisch, sondern im Kaukasus, wie Wiesmet erläuterte. Sie wurde vor Jahren von Imkern und Gartlern für eine erfolgversprechende Honigernte oder wegen der Optik ausgesät, ohne die Folgen zu bedenken. Ohne Zweifel ist die Pflanze höchst dekorativ. Aber sie ist auch nicht ohne. Ihr Saft ist das Gefährliche: In Verbindung mit Sonnenlicht verursacht er Verbrennungen bis zum zweiten Grad mit großen Blasen. Nach einer langwierigen Heilung können unschöne Narben zurückbleiben.

Eine weitere Verbreitung wird sich nach Wiesmets Einschätzung wohl nicht vermeiden lassen. So sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man immer wieder auf die Pflanze trifft. Diese breite sich auch im Landkreis rasant aus, sorge teilweise für großes Unbehagen und sogar Angst. Der unbegrenzten Verbreitung sollte man nicht tatenlos zusehen, empfiehlt der Fachmann. Aber man sollte deshalb auch keine Panik verbreiten.

Wilde Gerüchte


Wiesmet riet dazu, dem Bärenklau besonnen und mit Respekt zu begegnen. Viele wilde Gerüchte machten dazu die Runde. "Dabei wird teilweise arg übertrieben", relativierte der Fachmann. Dennoch sei eine fachmännische Bekämpfung sinnvoll - denn letztlich gehe es nicht nur um Sicherheit und Gesundheit von Menschen, sondern auch um den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Region. Der Riesen-Bärenklau versuche nämlich, die heimischen Pflanzen zu verdrängen. Mähen oder Abschlagen der Pflanzen oder Blüten sei allerdings zwecklos: "Die einzige Maßnahme, der Bärenklau-Staude Herr zu werden, ist das Ausgraben."

Tipps vom FachmannDen Kopf der Wurzel mindestens zehn Zentimeter unter der Erde abstechen, dabei jeglichen Haut-Kontakt vermeiden. Ist dieser trotzdem passiert, hilft einfaches Abwaschen.

Ein paar Jahre lang muss nachkontrolliert werden, bis keine Jungpflanzen mehr auftauchen. Sämlinge unter 30 Zentimeter Größe mühsam zu suchen und auszugraben, muss nicht sein: Nicht alle schaffen es, groß zu werden.

Dünne Haut, wie an den Innenseiten der Arme und Beine, im Gesicht oder von Kindern, ist besonders gefährdet.

Abseits von Wegen können die Reste liegenbleiben: Dass die Wurzel wieder anwächst, ist sehr unwahrscheinlich.

Wenn alle betroffenen Grundstücksbesitzer aktiv würden, ließe sich die Ausbreitung eindämmen.

Je nach den örtlichen Gegebenheiten können die Samen der Hitzekompostierung übergeben, verbrannt oder im Sack faulen gelassen werden.

Im Zweifelsfall Gemeinde- oder Stadtverwaltung informieren. (pop)
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