Schmidmühlener Trachtler stellen fest:
Es wird schwieriger

Vermischtes
Schmidmühlen
22.03.2016
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Ein arbeitsreiches Jahr liegt wieder hinter dem Heimat- und Volkstrachtenverein. Dies zeigten die Berichte bei der Jahreshauptversammlung. Aber es gab auch warnende Worte des Vorsitzenden Gerald Stauber.

299 Mitglieder hatte der Verein am 31. Dezember. Für die Traditionspflege ist der Heimat- und Volkstrachtenverein die erste Adresse in der Lauterachtalgemeinde. Auch im Landkreis gilt er als Bewahrer gelebter Traditionen.

In den vergangenen zwölf Monaten waren die Trachtler wieder voll gefordert. Ein breites Aufgabenfeld bildete neben Markt- und Heimatfest nach wie vor die Repräsentation des Vereins, des Marktes Schmidmühlen sowie seiner Trachten bei Umzügen oder Prozessionen. Ein echter Höhepunkt war bereits im März das zweite Wirtshausgespräch, veranstaltet mit der Volkshochschule sowie den Kreis- und Ortsheimatpflegern. Viel Brauchtum aus dem persönlichen Leben konnte dabei dokumentiert werden. Genau das ist es, was einen Trachtenverein ausmacht: Erforschen und Bewahren von Brauchtum.

Eckpfeiler im letzten Quartal 2015 waren Kathreintanz und Nikolausdienst, der mehr denn je gefragt war. Alles in allem könne man sehr zufrieden sein, bilanzierte Stauber. Gleichwohl, so fügte er gleich mahnend hinzu, werde es immer schwieriger, Mitglieder für das Trachtentum, und damit auch das Tragen der traditionellen Kleidung, zu gewinnen. Dies sei landläufig ein Trend, den man allmählich auch in Schmidmühlen zu spüren bekomme. Zwar ist hier laut Stauber noch alles im "grünen Bereich" - aber es werde in Zukunft schwieriger.

Dies zeigte sich auch an Staubers diesmal etwas kürzer ausgefallenem Bericht als Vortänzer. Dies liege hauptsächlich daran, dass die Trachtenfeste, aber auch die Festzüge, immer weniger werden. Aber auch die Zahl der aktiven Trachtler sinke. Inzwischen sei das einzige Fest, das auch für die Jugend attraktiv sei, das Familienfest in Lengenfeld. Es finde künftig nur noch alle zwei Jahre statt. Sicher brauche die Trachten- und Traditionsbewegung auch in der Lauterachtalgemeinde weitere, neue Impulse, meinte Stauber. Nur so könne man auch künftig traditionelle Tänze einstudieren und bei öffentlichen Veranstaltungen zeigen.

17 Tanzproben absolvierte die Trachtenjugend: Dies ging aus dem Bericht von Jugendleiterin Michaela Mehringer hervor. Ihre Schützlinge beteiligten sich an vielen Veranstaltungen des Vereins, bereiteten sich gemeinsam auf Weihnachten vor und beteiligten sich auch am Ferienprogramm. Der Kassenbericht von Gerhard Reheis zeigte: Trotz vieler Ausgaben kann der Trachtenverein auf ein solides Finanzpolster bauen.

2. Bürgermeisterin Eva Eichenseer überbrachte die Grüße des Marktes. Ohne den Trachtenverein wäre das gesellschaftliche Leben in Schmidmühlen schwer vorstellbar, unterstrich sei und dankte insbesondere für die Jugendarbeit. Nur durch diese würden Werte und Traditionen an die nächste Generation weitergegeben. Ein Film über das Gautrachtenfest 1979, vorgeführt von Ernst Wein, beendete die Versammlung.
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