Schützen Weiß-Blau Winbuch feiern ihr 110-Jähriges
Anfangs nur ein Gewehr für alle

Die Vereinsfahne der Schützengesellschaft Weiß-Blau Winbuch. Bild: bjo
Vermischtes
Schmidmühlen
16.06.2016
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Einst schoss der ganze Verein nur mit einem Gewehr. Nachdem dieses abhanden gekommen war, schaffte Weiß-Blau Winbuch einen Zimmerstutzen an. An den hat mancher eine vernebelte Erinnerung.

Die Schützengesellschaft Weiß-Blau Winbuch feiert am Wochenende, 18./19. Juni, ihr 110-jähriges Bestehen im Dorfgemeinschaftshaus. Gegründet wurde sie 1906 von Männern des Orts, bei denen damals schon das Gemeinwohl im Vordergrund stand.

Nach kurzem Aufschwung und Aufnahme der Schießtätigkeit lähmte der Erste Weltkrieg das Vereinsleben erheblich. Neuer Schwung kam erst 1931 in das Winbucher Schützenleben, als eine Vereinsfahne gekauft und von Peter Gaul aus dem Salesianerkloster Ensdorf geweiht wurde. Um dieses Kapitel rankt sich manche Anekdote - vor allem wegen des damals schlechten Wetters und dem daraus resultierenden, ebenso schlechten Besuch des Festes, der natürlich mit mangelhaften Einnahmen einherging. Zum Bedauern des Vereins sind aus der damaligen Zeit keine Unterlagen mehr vorhanden.

Im Zuge der Gleichschaltung der Vereine ab 1933 ließ das Schützengeschehen nach. Viele Mitglieder wurden zum Kriegsdienst eingezogen und ähnlich wie bei der Feuerwehr ging im Vereinsleben fast nichts mehr. Erst am 17. Mai 1950 besannen sich die Winbucher wieder ihres Schützenvereins mit einer Neugründung und Beitritt zum Oberpfälzer Schützenbund. Schützenmeister war damals Josef Schaller, Schmiedemeister aus Winbuch.

Mit nur einem Gewehr wurde damals im Gasthaus Metz geschossen. Als das verloren ging, wurde ein Zimmerstutzen angeschafft, der durch markante Rauchentwicklung von sich reden machte. Erst in den Folgejahren gelang es, einen geordneten Schießbetrieb aufzubauen. Ab 1957 übernahm Alfred Kühnl als Schützenmeister die Geschicke des Vereins. 1964 wurden neue Druckluftwaffen angeschafft. 1971 errichtete Vereinswirt Josef Metz zwei neue Schießstände. 1972 übergab Kühnl sein Amt an Ludwig Popp aus Zanklberg, der es dann 20 Jahre innehatte. In dieser Zeit wurde die Mitgliederzahl fast verdoppelt. Seit 1980 nehmen regelmäßig Mannschaften an Rundenwettkämpfen im Schützengau Amberg teil. 1986, zum 80-Jährigen, wurde die Fahne restauriert und geweiht.

1992 übergab Schützenmeister Ludwig Popp einen geordneten Verein an seinen Nachfolger Georg Koller. Für seine besonderen Verdienste ernannte der Verein Popp zum Ehrenschützenmeister. Für seine langjährige Tätigkeit (25 Jahre Kassenwart) wurde Josef Schmalzbauer aus Blaugrund zum Ehrenmitglied ernannt. Ein Einschnitt für den Verein war 2001 die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses mit Schießständen: Damit hatten die Schützen wieder eine Bleibe in Winbuch. Davor fuhren sie einmal pro Woche nach Hohenburg, zum Bruderverein KSK Tell Schützen. 2004 wurde Helmut Schöpper Schützenmeister. Zum 100-Jährigen gab es ein Jubiläumsschießen mit 200 Schützen. In die Fußstapfen seines Vaters als Schützenmeister trat 2015 Karl Popp. (Blickpunkt)

Überliefert ist, dass es bis zur Fahnenweihe 1931 turbulente Szenen gab. Denn als Vereinsvertreter diese, ausgestattet mit Geld aus der Vereinskasse, abholen wollten, verzechten sie unterwegs bereits die ganze Barschaft. Dass die Fahne am Ende trotzdem abgeholt werden konnte, ist der Familie Hummel (Brunnbauer) zu verdanken: Sie stellte die benötigten 1000 Reichsmark zur Verfügung. Das Fahnenband wird gerade renoviert und soll bis zum Fest fertiggestellt sein.

Vom 50. zum 100.Unter Schützenmeister Josef Bäuml aus Galching beging der Verein 1956 sein 50-Jähriges. Das Fahnenband mit den Namen der Festdamen Margaret Kellner, Erika Kühnl und Maria Müller wurde renoviert und wird heute stolz getragen. Alle drei leben noch und feiern das 100-Jährige mit. (bjo)
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